Freundschaft zwischen bisexuellen Männern? (BiNe-Diskussionforum)

.,;o0O0o;,., Samstag, 01. Januar 2011, 15:04 (vor 2456 Tagen) @ Liebesverrückte
bearbeitet von .,;o0O0o;,., Samstag, 01. Januar 2011, 15:29

Es freut mich für deinen Freund, daß er eine solche Frau an seiner Seite hat.

Ich empfinde es als sehr gut, daß du eine gewisse Offenheit hast, und sogar über eine mögliche Beziehung zu dritt nachdenkst.
Doch gib acht, daß du dich da nicht in etwas verrennst. Du darfst trotz aller Liebe nicht dich selbst aufgeben. In diesem Forum hier ist oft die Rede von Vielliebe und Beziehungen, die mehr als zwei Personen umfassen. Häufig wird dies als etwas Erstrebenswertes dargestellt, und das mag es auch durchaus sein. Aber gewiß nicht für jeden.

Was euch angeht: das Glück deines Freundes kann und darf doch nicht auf deinem Unglück bauen. Wenn du dich stets für ihn aufopferst und alles erdulden willst, wenn er nur froh und ausgeglichen ist - meine Frau hat auch diese Neigung -, dann wird dein Leid bald unerträglich werden.

Ich kann dir auch keine großartigen Ratschläge geben, ich habe leider noch kein Patentrezept gefunden.
Aber solange ihr miteinander redet, und auch bereit seid, wirklich zuzuhören und aufeinander einzugehen, sehe ich die Möglichkeit, daß ihr eure Mitte findet.

Nun möchte ich noch versuchen deine Fragen zu beantworten:

Auch ich habe Beistand und Rat bei meiner Liebsten gesucht, was die beiden Männer anging, mit welchen ich jeweils über ein halbes Jahr befreundet war. Ich bin ein sehr offener Mensch und verabscheue Unaufrichtigkeit und Heimlichkeiten.
Allerdings kann auch zuviel Offenheit verletzen, deshalb rede ich in letzter Zeit nicht mehr von selbst über diese Dinge. Wenn sie Fragen hat, beantworte ich sie.
In der Vergangenheit habe ich zuviel über den Anderen gesprochen, so daß meine Frau schließlich das Gefühl bekam, er wäre immer zugegen.

Sie hat nur den zweiten Mann kennengelernt, und da er ihr sympathisch war, haben wir schließlich auch Ausflüge zu dritt unternommen oder ihn zum Essen eingeladen. Deshalb war es später auch eine unangenehme Situation für sie, als ich die Beziehung beendete. Sie hat es nicht gewagt, ihm Weihnachtsgrüße oder Neujahrsglückwünsche zu senden, weil sie fürchtete, er würde es als Schlagen einer Brücke mißverstehen, und könnte ihr sein Herz ausschütten und über sie versuchen, mich zu erreichen.

Ich hatte Gefühle für diese beiden Männer. Von dem ersten habe ich mich auch getrennt, weil ich letztendlich erkannte, wie schlecht es meiner Frau ging, trotz der guten Miene, die sie stets machte. Bei diesem Mann erlebte sie auch die Phase der Verliebtheit mit, was ihr wirklich zusetzte. Es war auch der erste Mann nach meiner Offenbarung, und diese steht vermutlich immer unter einem schlechten Stern. Der Name dieses Mannes, den sie nie kennengelernt hat, wirkt auch nach mehr als vier Jahren wie ein rotes Tuch auf meine Frau.
Nach diesem Mann hatte ich zwei einmalige Treffen mit Männern und dann lange Zeit nichts.
Schließlich begann ich meine zweite Beziehung, mußte mir jedoch nach über einem halben Jahr eingestehen, daß ich in ein Strohfeuer entbrannt war, das bereits im Erlöschen begriffen war.

Die Sehnsucht nach männlicher Nähe in mir scheint jedoch nicht zu vergehen. Und so suche ich weiterhin "den" Mann.
Ob ich ihn finde oder nicht, meine Frau wird mich in diesem Leben immer ertragen müssen, es sei denn, sie erwirkt einen Gerichtsbeschluß, der das unterbindet. :-D
Sie ist mein Seelengefährte und der Mensch, der alles hat, was ich mir wünsche. Ich bewundere sie (meist heimlich) und bin dankbar, daß ich sie kennenlernen durfte. Vor keinem Menschen habe ich mehr Achtung. (Und nein, sie liest hier nicht mit :-))

Ich hoffe hier etwas geschrieben zu haben, das dir Mut machen kann.

Harald


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