Partner Bi (Liebe und Beziehung)

bri @, Mittwoch, 26. August 2015, 09:40 (vor 762 Tagen) @ seena

Hallo Seenaa,

ich (w 50) habe gerade eine ähnliche Beziehung hinter mir. anfangs war der Sex fantastisch, nach 4 Monate wurde es weniger, und in den letzten 4 Jahren hatten wir vielleicht 5 Mal Sex. Alles andere war schön und liebevoll, wir haben ganz viel Händchen gehalten und sind im Löffelchen eingeschlafen. Sehr viel 'chen' (Händchen, Löffelchen). Ich bin davor sehr an Sex interessiert gewesen und es hat mich viele innere Kämpfe gekostet, bis ich es akzeptieren konnte. Ich dachte natürlich auch, er findet mich unattraktiv. Ich habe auch bemerkt, dass er scheinbar auch mit anderen Frauen flirtet, es aber nicht bemerkt, wenn sie zurückflirten. Es war so, als würde er den Flirt simulieren. Irgendwann bin ich auf eine Website von Asexuellen gekommen und dachte, das ist die Lösung des Rätsels: Er ist asexuell. Der nachlassende Sex war auch in vorherigen Beziehungen bei ihm Thema.

vor 5 Wochen hat er sich von mir getrennt. Danach offenbarte er mir, dass er die ganze Zeit Pornos geschaut hat und masturbiert. Das ist seit vielen Jahren und in vielen Beziehungen so gewesen. Er glaubt, er ist Pornosüchtig. Irgendwie hat mich das erleichtert, weil ich dachte, dann hat er wenigstens ein irgendwie geartetes Interesse an Sex. Mir ist auch klargeworden, dass er, wenn er ständig diese Bilder vor Augen hat, er mit mir, die er mich im höchsten Maße schätzt und lieb hat, nicht das gleiche machen kann. Und mir ist auch klargeworden, dass ich mit einem aktiv Süchtigen keine wirkliche Beziehung führen kann, sei es süchtig nach Alkohol, Drogen, spielen oder eben Pornos. Ich wußte nicht, dass er das macht und hätte es auch nie gedacht, weil er sich streckenweise sehr abfällig über Sex und Lust geäußert hat. Dann sagte er irgendwann später, dass er eigentlich eher von den Pornos genervt war und es eher aus gesundheitlichen Grüunden (was ich schräg finde) gemacht hat. Er hat quasi Sexualität simuliert.

Er hat auch Mißbrauchserfahrungen mit Männern. Daher konnte ich mit ihm auch nie meine Sehnsucht nach einer Dreiecksbeziehung mit 2 bisexuellen Männern ausleben, es wäre retraumatisierend gewesen, so mein Eindruck. Anfangs dachte ich, dass er eventuell bisexuelle Neigungen hätte, er hat so etwas angedeutet und ist auch eher ein femininer Typ, was ich sehr mag. Davon war dann aber in der Beziehung gar nicht mehr die Rede. Meine Versuche, darüber (oder über Sex) zu reden oder ihn zu verführen, wurden abgetan, einmal sogar als asozial abgetan. Da wir aber in sehr schwierigen Lebensumständen waren(Umzug, Tod von nahen Verwandten, Trümmerbruch, berufliche Umbruchsituationen, Auszug meines Kindes), die wir zusammen gut bewältigt und uns unterstützt haben, habe ich es hingenommen und auch aufgehört, darüber reden zu wollen. Ich hatte über das Thema recherchiert und festgestellt, dass es vielen Frauen so geht und reden offensichtlich nie etwas nützt, sondern das Thema noch festgefahrener macht. Leider war nicht reden und es der Zeit überlassen auch keine Lösung.

Jetzt, seit 3 Wochen, hat er eine Neue und denkt, seine Probleme wären verflogen. Sie hatten noch keinen Sex. Er ist sehr verliebt und will heiraten. Leider übersieht er, dass sie noch verheiratet ist, ein Kind in der Pubertät hat und der Mann noch gar nichts von ihm weiß. Ich bin natürlich keine Hellseherin, aber ich denke, dass es nach 6 Monaten mit ihr wieder ähnlich aussehen wird, wenn es denn so lange hält...

Auf der seelischen Ebene verstehen wir uns immer noch und sind uns auch sehr nah. Ich habe beschlossen, meinen unterbrochenen Weg weiterzugehen und mich im Bereich Polyamorie umzusehen und meine Vorliebe für Bisexuelle Männer, die sich wirklich zu anderen Männern hingezogen fühlen zu leben (falls das hier zufällig ein schlanker, femininer Mann zwischen 40 und 50 mit ähnlichen Vorstellungen aus dem PLZ-Bereich 2 liest, melde dich bitte bei mir... cybremen@googlemail.com)


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