warum überhaupt: bi-coming out? (Coming Out)

normalo, Dienstag, 01. März 2005, 12:07 (vor 4592 Tagen)

hallo,

da ich bi-sexualität eigentlich als 'normal'-zustand betrachte, frage ich mich, ob man sich überhaupt als bi outen muss/soll?

ich meine, wenn ich jemand neues kennenlerne, soll ich mich dann vorstellen mit 'guten tag, ich bin übrigens bi?' meine freundinnen denken so wie ich: alles ist spannend (wir tendieren vielleicht zu beziehungen mit männern, sind aber interessiert an erfahrungen mit frauen). da muss nicht groß drüber diskutiert werden.
ich habe den eindruck, dass der einzige sinn, sich zu outen, darin besteht, dass in meinem fall als frau überhaupt andere frauen aufmerksam darauf werden, dass bei mir mehr möglich wäre als platonische bekanntschaft. da weiß ich nämlich wirklich nicht, wie ich das anstellen soll.

würde mich interessieren, was andere dazu denken.

gruss

deswegen:

Frank (Mod), Dienstag, 01. März 2005, 16:02 (vor 4592 Tagen) @ normalo

Hallo Mrs. Normalo!

Man muss sich gar nicht outen. Aber es gibt so einige Gründe dafür und ein paar dagegen.

Erst einmal sehe ich das genauso wie Du! Ich finde es sogar UNLOGISCH, nicht bi zu sein! Von der Gefühlsebene kann man sagen, dass man ja Menschen und keine Geschlechter liebt. Und vom Sexuellen her .... warum soll man eins nicht mögen? Die Hetero-Seite ist schon durch die Natur nahegelegt. "Normalerweise" voll klar! ;) Und die Homo-Seite ist schon dadurch logisch, weil man ja auch Sex mit sich selbst mag. Richtige Ekelgefühle, die bei manchen Monosexuellen aufkommen sind meiner Meinung nach eindeutig krankhaft und therapiebedürftig. Jedenfalls wenn es so generell ist.

Bi-Sein ist einfach schön! Das ist doch logisch!

ABER: Wir leben in einer unlogischen Welt!
Viele sehen es nicht so wie wir ....

Schon deswegen macht es Sinn, sich zu outen.

1. Um anderen zu zeigen, dass es normal ist!
2. Andere zu motivieren, auch zu ihrer Bisexualität zu stehen!
3. Andere auf sich aufmerksam zu machen (wie Du selbst gesagt hast), um andere Bis oder Gays kennenzulernen!
4. Um es (wenn man eben eigentlich nicht so selbstbewusst ist) sich einzugestehen, selbst Klarheit zu gewinnen!
5. Um einfach mit anderen über etwas reden zu können, was einen selbst bewegt!

Natürlich muss man sich aber nicht outen.
1. Es ist Privatsache. Geht doch niemanden an, was man im eigenen Bett tut! Bzw. mit wem!
2. Es schreckt bestimmte Leute von vornherein ab, obwohl bzw. gerade weil sie nicht wissen, was Bisexualität eigentlich bedeutet!

deswegen:

normalo, Dienstag, 01. März 2005, 21:28 (vor 4592 Tagen) @ Frank (Mod)

ok. du hast recht:

1. Um anderen zu zeigen, dass es normal ist!
2. Andere zu motivieren, auch zu ihrer Bisexualität zu stehen!

ich würde das nicht unbedingt 'outen' nennen, sondern ganz einfach 'offenen umgang' - wenn's jemanden interessiert, halte ich nicht damit hinterm berg (aus angst, nicht akzeptiert zu werden) sondern ich sage, wie es ist. vielleicht wäre es aber tatsächlich sinnvoll, das etwas zu pushen, um aufmerksamkeit (im sinne 1. & 2.) zu erregen.

3. Andere auf sich aufmerksam zu machen (wie Du selbst gesagt hast), um andere Bis oder Gays kennenzulernen!

das ist noch so ne sache. da ich mich weigere, etwas an die große glocke zu hängen, was ich für normal halte, kriegt das natürlich so schnell keiner mit. bin von natur aus recht verschlossen und muss da wohl fingerspitzengefühl beweisen, wenn ich diesen aspekt meiner persönlichkeit kommunizieren will - ohne mich selbst in eine schublade zu verfrachten. ich finde nämlich, dass ein etikett - sei es bi, homo oder hetero - abgrenzung von gruppen hervorruft, was im endeffekt doch untergraben werden soll. aber anscheinend muss man erst den umweg über die abgrenzung gehen, um nach einer gewöhnungsphase die abgrenzung wieder aufzuheben. kompliziert das alles.

4. Um es (wenn man eben eigentlich nicht so selbstbewusst ist) sich
einzugestehen, selbst Klarheit zu gewinnen!

ok

5. Um einfach mit anderen über etwas reden zu können, was einen selbst bewegt!

richtig


Natürlich muss man sich aber nicht outen.
1. Es ist Privatsache. Geht doch niemanden an, was man im eigenen Bett
tut! Bzw. mit wem!

auch deshalb finde ich: keine 'große glocke'

2. Es schreckt bestimmte Leute von vornherein ab, obwohl bzw. gerade weil
sie nicht wissen, was Bisexualität eigentlich bedeutet!

tja, die angst davor gilt es wohl tatsächlich durch offenen umgang zu bekämpfen.
es sollte keine 'bi-foren' geben müssen. ich muss eingestehen, dass es wohl derzeit noch nicht so weit ist.

deshalb war es mir jetzt nochmal wichtig, so ein 'normalo-statement' abzugeben, da solche foren gefahr laufen, sich als community abzugrenzen. ist hier aber glaub ich ne ganz gute sache.
ich versuche mal, mit meiner 'sanften methode' weiter - und zu meinem glück zu kommen.

gruß von miss (bitte!) normalo

deswegen:

SchuBIdoo @, Mittwoch, 02. März 2005, 08:12 (vor 4591 Tagen) @ normalo

ok. du hast recht:

1. Um anderen zu zeigen, dass es normal ist!
2. Andere zu motivieren, auch zu ihrer Bisexualität zu stehen!

ich würde das nicht unbedingt 'outen' nennen, sondern ganz einfach
'offenen umgang' - wenn's jemanden interessiert, halte ich nicht damit
hinterm berg (aus angst, nicht akzeptiert zu werden) sondern ich sage, wie
es ist. vielleicht wäre es aber tatsächlich sinnvoll, das etwas zu pushen,
um aufmerksamkeit (im sinne 1. & 2.) zu erregen.

3. Andere auf sich aufmerksam zu machen (wie Du selbst gesagt hast), um

andere Bis oder Gays kennenzulernen!
das ist noch so ne sache. da ich mich weigere, etwas an die große glocke
zu hängen, was ich für normal halte, kriegt das natürlich so schnell
keiner mit. bin von natur aus recht verschlossen und muss da wohl
fingerspitzengefühl beweisen, wenn ich diesen aspekt meiner persönlichkeit
kommunizieren will - ohne mich selbst in eine schublade zu verfrachten.
ich finde nämlich, dass ein etikett - sei es bi, homo oder hetero -
abgrenzung von gruppen hervorruft, was im endeffekt doch untergraben
werden soll. aber anscheinend muss man erst den umweg über die abgrenzung
gehen, um nach einer gewöhnungsphase die abgrenzung wieder aufzuheben.
kompliziert das alles.

Mmmmh

Also ich denke je mehr Leute offen Bi Leben, und unserer sogenaten "Aufgeklärten" und "Tolleranten - Gesellschaft" zeigen das Bisexualität nicht Anstössiges und nichts Verwerfliches ist, können wir es als Bisexuelle schaffen, siehe Gay / Lespen bei denen hat es ja auch geklappt, sagt man heute ich bin Schwul oder Lesbisch zucken die Leute mit den achseln und sagen "Na Und ! " Sagt man ich bin "Bisexuell" gucken ein die Leute an als ob man vom anderen Stern kommt. Wir müssen der Gesselschaft beweisen das es normal ist Bisexuel zu sein !

SchuBIdoo

4. Um es (wenn man eben eigentlich nicht so selbstbewusst ist) sich
einzugestehen, selbst Klarheit zu gewinnen!

ok

5. Um einfach mit anderen über etwas reden zu können, was einen selbst

bewegt!
richtig


Natürlich muss man sich aber nicht outen.
1. Es ist Privatsache. Geht doch niemanden an, was man im eigenen Bett
tut! Bzw. mit wem!

auch deshalb finde ich: keine 'große glocke'

2. Es schreckt bestimmte Leute von vornherein ab, obwohl bzw. gerade

weil

sie nicht wissen, was Bisexualität eigentlich bedeutet!

tja, die angst davor gilt es wohl tatsächlich durch offenen umgang zu
bekämpfen.
es sollte keine 'bi-foren' geben müssen. ich muss eingestehen, dass es
wohl derzeit noch nicht so weit ist.

deshalb war es mir jetzt nochmal wichtig, so ein 'normalo-statement'
abzugeben, da solche foren gefahr laufen, sich als community abzugrenzen.
ist hier aber glaub ich ne ganz gute sache.
ich versuche mal, mit meiner 'sanften methode' weiter - und zu meinem
glück zu kommen.

gruß von miss (bitte!) normalo

deswegen:

Sergio, Dienstag, 08. März 2005, 15:49 (vor 4585 Tagen) @ SchuBIdoo

Wir müssen der Gesselschaft

beweisen das es normal ist Bisexuel zu sein !

SchuBIdoo


Wäre es dann nicht normal Homo zu sein?

deswegen:

JC, Dienstag, 08. März 2005, 20:28 (vor 4585 Tagen) @ Sergio

Wäre es dann nicht normal Homo zu sein?

ich denke:
Es gibt kein Normal oder kein abnormal.
Jeder wie er will.
Also wenn dus so willst: Alles ist normal!
JC

deswegen: Antwort

SchuBIdoo @, Donnerstag, 10. März 2005, 06:07 (vor 4584 Tagen) @ Sergio

Wir müssen der Gesselschaft

beweisen das es normal ist Bisexuel zu sein !

SchuBIdoo

Wäre es dann nicht normal Homo zu sein?

Wieso ist es Doch, Oute dich als Gay oder Les und die Leute sagen Na und, wenn Du sagst das Du Bi bist, gucken die dich komisch an.
Homosexualität ist in unserer Gessellschaft mehr Aktzeptiert als Bisexualität ( Behaupte ich einfach mal ) oder warum gibt es mehr Selbsthilfe Gruppen , Partys etc. für Les und Gays ??

SchuBidoo

P.S. Denk mal drüber nach

deswegen: Antwort

bi-kool, Dienstag, 15. März 2005, 10:48 (vor 4578 Tagen) @ SchuBIdoo

ich würde sagen, man wird eher komisch angeguckt, wenn man sich als gay oder les outet.
viele sind da anscheinend der meinung, dass es sie selbst nur in 50% der fälle betreffen kann, wenn einer bi ist ;-) ...

keine ahnung, wie das in anderen sozialräumen ist, aber hier auf meinem gymnasium steht man dem thema ziemlich offen gegenüeber, sodass man sich nicht zu einem outing "überwinden" muss.
mir ist es z.b. irgendwann mal einfach rausgerutscht, dass ein typ (der gerade vorbeigelaufen war) einen ziemlich süßen hintern hat :-D .


wfg,
bi-kool

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