Partner bi, Gefühlschaos (Bi-Gruppen)

littlemisssunshine, Montag, 18. Mai 2009, 18:21 (vor 3107 Tagen)

Hallo ihr lieben Leute,

Ich bin 24 und habe vor 2 Monaten erfahren, dass mein Freund bi ist. Er hat es mir selber erzählt, nachdem ich ihn dazu "gedrängt" habe.Ich hab gemerkt, dass ihn etwas bedrückt und etwas nicht stimmt. Wir sind seit 5 Jahren zusammen. Zunächst war das ein großer Schock für mich. Und ich weiß immer noch nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich bin eher konsevativ und religiös aufgewachsen und bin mit Bisexualität oder Ähnlichem noch nie in BErührung gekommen. Ich komme mit der Tatsache klar, dass mein Freund bi ist. Sogar sehr gut. Er hat mich gefragt, ob er seine Neigung ausleben darf und ich hab dem zugestimmt. Jetzt weiß ich nicht, ob das so eine gute Entscheidung war. Denn mich frisst es auf, mir vorzustellen, wie er was mit nem anderen Mann hat. Für mich gehören Liebe und Sex irgendwie zusammen. Ich bin in einem völligen Gefühlschaos und tierisch eifersüchtig und weiß nicht, was ich tun soll.Ich habe solche Angst ihn zu verlieren und bin mir auch nicht sicher, ob unsere Beziehung Zukunft hat. Ich möchte mal heiraten, Kinder haben, das ganze drumherum halt und da kann ich mir nur eine Ehe vorstellen, in der jeder ausnahmslos treu ist. Ich denke halt, dass mein Freund nie komplett glücklich werden könnte, weil ihm immer etwas fehlen würde. Können bisexuelle Menschen überhaupt "treu" in einer Partnerschaft sein? Ich schwanke zwischen Verzweiflung, Wut und Verständnis immer hin und her. Wer von euch hat denn ähnliche Erfahrung gemacht und wie lebt ihr in euerer Partnerschaft? Mein Freund hat, seitdem ich es ihm "erlaubt" habe, schon einigen Männerkontakt gehabt. Ich frage mich, wenn er es schon ausprobiert hat, ist es dann nicht gut gewesen? Hat man ein ständiges Verlangen nach sexuellem Kontakt mit dem gleichen Geschlecht, wenn man bi ist? Über Antworten und MEinungen würde ich mich sehr freuen!

Partner bi, Gefühlschaos

Velvet20, Dienstag, 19. Mai 2009, 10:54 (vor 3106 Tagen) @ littlemisssunshine
bearbeitet von Velvet20, Dienstag, 19. Mai 2009, 12:02

Hi!

Ich würde dir ganz dringend raten, mit deinem Freund offen zu reden! So geht es dir ja offensichtlich nicht gut und das kann ja auch nicht in seinem Sinne sein.

Bisexuelle Menschen können sehr wohl treu sein und ich denke es ist auch nicht wirklich schwerer als für homo-/heterosexuelle Menschen. Treue ist eben immer eine Sache der Persönlichkeit und der Einstellung.

Aber allgemeine Aussagen helfen dir nicht weiter, denn es geht darum, wie dein Freund sein Leben sehen möchte. Und da hilft nur ein offenes Gespräch (ohne Vorwürfe, sondern mit vielen "Ich-Botschaften").

Ich kann eure Lage ziemlich gut nachvollziehen, da ich mich in meiner langjährigen Beziehung auf der "anderen Seite" dieses Themas befinde. Und auch ich habe irgendwann festgestellt, dass es fertig macht, meine Bisexualität zu "unterdrücken". Also habe ich das Gespräch mit meinem Freund gesucht und wir haben einen Weg gefunden, mit dem wir beide leben können (und in unserem Fall beinhaltet dieser Weg körperliche Treue).

Entscheidend ist, dass _beide_ damit leben können! Nun hast du zu etwas zugestimmt und dann festgestellt, dass du doch nicht damit leben kannst. Erzähle deinem Freund, wie es dir damit geht und was dir für Gedanken durch den Kopf schwirren.
Ich drücke die Daumen, dass es für euch einen Weg gibt, mit dem ihr euch beide wohl fühlt! :-)

Gruß,
Velvet

Partner bi, Gefühlschaos

Wolfgang, Sonntag, 24. Mai 2009, 08:34 (vor 3101 Tagen) @ littlemisssunshine

Ich denke

halt, dass mein Freund nie komplett glücklich werden könnte, weil ihm
immer etwas fehlen würde.

Mein Freund hat, seitdem

ich es ihm "erlaubt" habe, schon einigen Männerkontakt gehabt. Ich frage
mich, wenn er es schon ausprobiert hat, ist es dann nicht gut gewesen? Hat
man ein ständiges Verlangen nach sexuellem Kontakt mit dem gleichen
Geschlecht, wenn man bi ist?


Hallo,

deine widersprüchlichen gefühle kann ich sehr gut verstehen und das was du schreibst, berührt mich sehr. es hat mich oft verzweifelt gemacht, dass ich meiner partnerin meine bisexualität zumuten musste, weil mir klar war, welche ängste dadurch bei ihr entstehen.

deine haltung ist beeindruckend und vielleicht die basis für die fortsetzung eurer beziehung. er muss dir sehr viel bedeuten, wenn du ihm kontakte zu männern erlaubst, obwohl dir das so schwer fällt. wenn es dir gelingt, ihn so zu akzeptieren, wie er ist, habt ihr eine chance.

ob du das auf dauer kannst, ist nicht vorhersehbar. du müsstest dich von deinen bisherigen vorstellungen lösen. und du hast nie die sicherheit, dass dein freund bei dir bleibt. natürlich kann es passieren, dass er sich in einen mann verliebt. und das könnte dann das ende euerer beziehung sein.

wenn du bei ihm bleiben willst, müsstet ihr immer wieder offen über dieses thema reden. nur so wirst du deine ängste los, nur so könnt ihr die gefühle, die ihr trotz allem füreinander empfindet, immer wieder bestätigen. auch das birgt natürlich risiken, weil es dich verletzen kann, wenn er dir erzählt, wie schön es mit einem mann war. aber nur so könnt ihr es schaffen.

zu deinen konkreten fragen: wenn dein freund bi ist, wird er nur dann komplett glücklich sein, wenn er beides hat. du bist teil diese glücks. er kann dich aus vollem herzen und wahrhaftig lieben, aber die sehnsucht nach dem anderen wird trotzdem immer vorhanden sein. wenn er seine schwule seite ausleben kann, fehlt ihm nichts und er kann sich so vielleicht für eine dauerhafte beziehung mit dir entscheiden.

das spektrum der bisexualität ist so breit gefächert wie die bedürfnisse nach sexulität. es gibt menschen, die sich als bi bezeichnen, aber hetero oder gay leben. sie leben den anderen teil ihrer orienterung nicht aus, zum teil weil sie sich für eine beziehung entschieden haben, in der treue wichtig ist. andere müssen beide teile ihrer orientierung erleben, weil sie sich sonst nicht als bi empfinden können. für deinen freund scheint der sex mit männern sehr wichtig zu sein. ob er das dir zuliebe ändern kann, kann nur er dir verraten.

alles gute

wolfgang

Partner bi, Gefühlschaos

chopin, Donnerstag, 28. Mai 2009, 10:46 (vor 3097 Tagen) @ littlemisssunshine

Hallo,

ich schliesse mich meinen Vorpostern an.
Offenes Reden hilft.

Ich selbst bin auch Bi, nahezu doppelt so alt wie Du und habe mich ggü meiner Frau vor ca. 5 Jahren geoutet.
Sie hat auf der einen Seite sehr offenen auf diese 'Nachricht' reagiert auf der anderen Seite wünscht sie sich auch eine ausschliessliche Beziehung ... es scheint, als ginge es ihr ähnlich wie Dir.

Ich schwanke zwischen Verzweiflung, Wut und Verständnis immer hin und her.

Der Satz könnte von ihr stammen ...

Heute habe ich einen festen Freund, den ich regelmässig sehe ... (und nicht nur das ;-) ) ... sie weiß davon.

Es war ein langer Prozess, mit vielen Gesprächen und vielen Tränen auf beiden Seiten.
Wir haben uns auch Hilfe von aussen geholt, z.T. gemeinsam, z.T. jeder für sich selbst. Und das ist die Botschaft, die ich Dir auch mit geben will. Es kannn sehr hilfreich sein sich Hilfe von aussen zu holen, in Form eines guten Freundes/Freundin oder in Form von erfahrenen Paartherapeuten. Hier geht es m.E. weniger um "Therapie" sondern um ein Moderieren, Begleiten und Unterstützen.

Zu Deinen Fragen:

Können bisexuelle Menschen überhaupt "treu" in einer Partnerschaft sein?

Ja, genauso gut wie heterosexuelle auch ... ;-)
Die Frage ist die wie Du für Dich 'Treue' definierst ? Ich finde den Begriff problematisch, da er mit vielen Erwartungen und auch Ängsten besetzt ist.
Vielleicht kann ein Mensch, der in Freiheit in einer Partnerschaft leben und lieben darf treuer im Herzen sein als einer der sich den Erwartungen und Zwängen in Unfreiheit beugt, zwar 'körperlich' treu ist aber im Herzen sich schon meilenweit distanziert hat.

Ich frage mich, wenn er es schon ausprobiert hat, ist es dann nicht gut gewesen?

Frage ihn doch selbst ... Es geht doch nicht um 'Details' das genaue wie, wo, wie lang, wie oft ... etc. sonder wie hat er sich dabei gefühlt ?

Ich hatte eine lange Zeit viele wechselnde sexuelle Kontakte mit Männern, heute ist es sehr einfach welche zu finden.
Ja, es waren sehr geile Erlebnisse dabei ... aber oft kam danach die grosse Leere, es war halt 'nur' Sex ... ohne Herz.
Seit ich einen festen Freund habe ist dieses Verlangen nach schnellen, anonymen (herzlosen) Sex, na ich sage mal 'kaum' noch da.

Vielleicht sucht er das ja, das kann er Dir aber nur selbst sagen.

Hat man ein ständiges Verlangen nach sexuellem Kontakt mit dem gleichen
Geschlecht, wenn man bi ist?

Hat man ständiges Verlangen nach dem andern Geschlecht wenn man hetero ist ???

Ich glaube, das kann so pauschal nicht beantworten.
Ich kann nur für mich sprechen. Ich brauche AUCH diese männliche Seite der sexuellen Energie. Dies muss nicht zwingend Sex sein, es kann sich auch in einer wirklichen, tiefen Freundschaft unter Männern manifestieren. Oder in einer Massage Mann-zu-Mann.
Ich finde es schön, alles mit einem Mann teilen zu können, die Männlichkeit, die Berührung und auch den Sex.

Am deutlichsten wird es mir, wenn ich kurze Zeit nacheinander intensive Begegnungen mit einer Frau und einem Mann hatte. Oft fühle ich mich erst wenn ich beides bekommen hatte wirklich auf allen Ebenen genährt.

Es hilft nicht weiter wenn wir pauschalisieren ... Hetero sind so, Bi sind so und Schwule sind auch wieder ganz anders.
Je mehr ich mich in vorurteilsfrei in allen 'Szenen' bewege (von hetero bis schwul) sehe ich, das die Fragestellungen und Prozessen in Partnerschaften immer wieder die gleichen sind.

Bleib mit Deinem Freund im Gespräch, vielleicht kann er Dir sagen was er *wirklich* sucht. Mag sein, dass er 'nur' Sex sucht, mag sein, dass er eine tiefe Freundschaft zu einem Mann sucht ... alles ist erst mal in Ordnung so.

Versuche offen dafür zu bleiben und gib nicht Dir die Schuld im Sinne 'ich kann ihm nicht das geben was er braucht ...' oder so ähnlich.

Ein partnerschaftliches Leben mit einem Bi-Mann ist möglich ... sogar eine Ehe ;-) ... und es kann sehr bereichernd für euch beide sein.

Viel Glück bei Euren gemeinsamen Weg.

Grüßle aus Baden

Chopin

PS: Gerne können wir auch in einen Dialog per Mail gehen

Partner bi, Gefühlschaos

Allegra, Dienstag, 09. Juni 2009, 01:29 (vor 3085 Tagen) @ chopin

Hallo Chopin,

ich "befürchte" auch bei meinem Freund eine "latente" Bisexualität - mit "befürchte" meine ich dass sein Verhalten zwar einige Hinweise liefert, er es aber nie zugeben würde, WENN es so wäre. Ich hatte meinen Freund zu Beginn unserer Beziehung bereits einmal auf das Thema angesprochen, da er meiner Meinung nach auffällig emotional auf BEIDE Geschlechter reagiert. Das hat mit Sexualität zunächst einmal nichts zu tun, aber ihm ist es auch egal, ob er freundschaftlich mit Männern oder Frauen (ist alles gleich für ihn) zu tun hat - und: Er findet beide Geschlechter "schön". Er hat es verneint und meinte, er würde sich vor sexuellen Kontakten zu einem Mann ekeln. Auffallend ist nur, dass ich ihn - wie gesagt - ziemlich emotional auf eine bestimmte Männerfreundschaft reagieren sehe. Ich habe also keine Ahnung, woran ich bei ihm bin, und das macht mir Angst.

Ich habe bisher auch die Erfahrung gemacht, dass ich mich in einigen Momenten mal für eine Frau interessiert habe - wenn auch zahlenmäßig gering. Ausleben könnte ich das allerdings nicht, dazu hätte ich keine besondere Lust. Und ich möchte es auch nicht nur um des Experiments willen. Daher würde ich mich selbst als vorwiegend heterosexuell bezeichnen. In solchen Phasen war ich auch nie in einer festen Beziehung. Ich kann mich emotional und physisch immer nur auf einen Menschen einlassen. Auf dieses monogame "Beziehungsmodell" hatten sich auch mein Freund und ich geeinigt. Ich bin mir aber zumindest für ihn nicht ganz klar, ob er das auch wirklich so leben kann/will - OHNE dass er das zugeben würde. Aber schlimmer sind für mich Heimlichkeiten oder Selbstverleugnung als klare Fakten.

Ich habe ein paar Fragen zu Deinem Text:

Sie hat auf der einen Seite sehr offenen auf diese 'Nachricht' reagiert
auf der anderen Seite wünscht sie sich auch eine ausschliessliche
Beziehung ... es scheint, als ginge es ihr ähnlich wie Dir.

Ja, so erlebe ich es auch. Eine Beziehung bedeutet für mich die exklusive physische und emotionale Hinwendung zu einem Partner. Da ich Hingabe als das intimste Geschenk erlebe, das ein Mensch einem anderen machen kann. Irgendwie habe ich mit der Vorstellung Probleme, dieses Geschenk mit anderen zu teilen, bzw. ich wüsste dann nicht, was meinen Partner und mich noch im Vergleich zu anderen "verbindet". Wenn man das Intimste in einer Partnerschaft mit anderen Menschen teilt, ist das für mich kein partnerschaftliches aufeinander Bezogensein mehr, sondern eher Freundschaft. Vielleicht ist der entscheidende Punkt für mich, dass tiefe Liebe ausschließlich der Partnerschaft vorbehalten sein sollte - was heißt "sollte" - so empfinde ich es für mich und ich hätte Probleme, wenn mein Partner da ganz andere Ansichten hätte.

Heute habe ich einen festen Freund, den ich regelmässig sehe ... (und
nicht nur das ;-) ) ... sie weiß davon.

Darf ich vorsichtig fragen, warum es für Dich so schwer ist, einer Beziehung zuliebe auf den Kontakt zum anderen Geschlecht zu verzichten? Ich meine, ist es wirklich diese evtl. empfundene Bipolarität (männlich und weiblich zugleich bzw. die Sehnsucht danach)oder ist es eher die Angst im Kopf etwas zu verpassen? Obwohl es oft geschildert wird, dass Bisexuelle mehrere "Beziehungen" bzw. "sexuelle Kontakte" zugleich haben, kann ich den Zusammenhang zur Polygamität nicht ganz erkennen. Ich denke Monogamie bzw. Bigamie ist eine Sache der persönlichen Einstellung, unabhängig von der sexuellen Identität. Ich meine, auch ein Heterosexueller könnte eine offene Beziehung leben wollen bzw. auf sexuellen Kontakt außerhalb der Beziehung nicht verzichten wollen. Warum tendiert also ein Bisexueller zu offenen Beziehungsformen? Ist es, weil er auf beide Geschlechter reagiert und daher mehr Reizen ausgesetzt ist oder ist es vielleicht die Angst bzw. Aversion vor zuviel bzw. ausschließlicher Nähe zu einem Partner?

Chopin, wie warst Du, bevor Du Deine Bisexualität entdeckt hast? Schon immer offen für den "offenen Beziehungsgedanken" oder besonders "liberal"? Vielleicht hat Dein Bedürfnis nach einer bigamen Beziehungsform ja mit Deiner Bisexualität gar nichts zu tun, obwohl ich natürlich schon oft gelesen habe, dass Bisexuelle tendenziell BEIDES brauchen, was natürlich einen sehr toleranten oder weiteren bisexuellen Partner erfordert.

Wir haben uns auch Hilfe von aussen geholt, z.T. gemeinsam, z.T. jeder für
sich selbst. Und das ist die Botschaft, die ich Dir auch mit geben will.
Es kannn sehr hilfreich sein sich Hilfe von aussen zu holen, in Form eines
guten Freundes/Freundin oder in Form von erfahrenen Paartherapeuten. Hier
geht es m.E. weniger um "Therapie" sondern um ein Moderieren, Begleiten
und Unterstützen.

Wie sieht Eure Beziehung - aus der Perspektive Deiner Frau - heute aus? Hat sie sich an den Gedanken gewöhnt, dass Du BEIDES brauchst? Fühlt sie sich nicht zurück gesetzt?

Kämst Du den umgekehrt damit klar, wenn Deine Frau einen Lover hätte - irgend etwas, das ihr die nun fehlende Aufmerksamkeit durch Dich ersetzt? Ich könnte mir vorstellen, dass bei Euch eine Art "Ungleichgewicht" entstanden ist, dadurch, dass Du weitere Facetten Deines intimen Selbst ohne sie auslebst, Deine Frau aber so bleibt, wie sie ist? Du hast eine wirklich tolle Frau - ich persönlich wüsste nicht, ob ich das so wegstecken könnte - einfach weil für mich körperliche und emotionale Treue eine ausschließliche Sache sind.

Ich brauche AUCH diese männliche Seite der

sexuellen Energie. Dies muss nicht zwingend Sex sein, es kann sich auch in
einer wirklichen, tiefen Freundschaft unter Männern manifestieren.

Ich finde es super, dass Du das so offen erklärst. Aber wo endet Freundschaft und wo beginnen die Gefühle? Diese Frage könnte mir ja nur mein Freund beantworten - ich habe einfach festgestellt, dass ihm die Freundschaft zu diesem Mann, der auch eine Freundin hat, super wichtig ist und dass er gelegentlich ins "Schwärmen" gerät. Ich weiß nicht, wie ich das deuten soll und ob es da überhaupt was zu deuten gibt. Diese Freundschaft bestand bereits vor unserer Beziehung - ohne sexuelle Kontakte. Ich habe aber gelegentlich das Gefühl, dass die Athmosphäre zwischen den beiden schon "erotisch" aufgeladen ist, dann mal wieder nicht. Auch das variiert. Was mich aber noch mehr verletzen würde, wäre die emotionale Komponente. Wenn mein Freund emotional die Grenzen der Freundschaft (auch ohne Sex) so überschreiten würde, dass wir ein ungewolltes Dreiecksverhältnis hätten.

Am deutlichsten wird es mir, wenn ich kurze Zeit nacheinander intensive
Begegnungen mit einer Frau und einem Mann hatte. Oft fühle ich mich erst
wenn ich beides bekommen hatte wirklich auf allen Ebenen genährt.

Es ist nur eine Idee, aber liegt es daran, dass Bisexuelle vielleicht besonders "liebesbedürftig" und "kontaktfreudig" sind? Manchmal habe ich das Gefühl, dass Bisexualität zwar in jedem Menschen verankert ist - dass aber nicht alle das leben? Deshalb meine Frage: Ist es für Dich eher eine Sache von gelebter Kreativität "abzuwechseln" evtl. eher die Angst, etwas zu verpassen, das man noch "ausprobieren" könnte, weil sonst das EGO nicht bekommt, was es will? Oder ist BEIDES auszuleben bei Dir ein wirklich seelisches Bedürfnis im Sinne von: Du kannst nicht ohne sein und es würde Dich quälen. Etwa, wenn man einem passionierten Heterosexuellen den Kontakt mit dem anderen Geschlecht völlig untersagen würde?

Ich könnte mir nämlich für mich vorstellen, unter diversen Umständen sexuelle Beziehungen mit Frauen zu pflegen - und wenn ich das lange genug praktiziere, mich auch zu verlieben bzw. umgekehrt. Ich sehe es eher als "Gewohnheit" wie alles im Leben. Daher hat gelebte Bisexualität für mich eher etwas mit Neugierde und Spielen wollen zu tun. Das kann in einer monogamen Partnerschaft aber als verletzend empfunden werden. Daher meine Frage: Ob das unbedingt seelisch notwendig ist? Oder ist LIEBE für einen Partner nicht eher eine Herzensentscheidung? Ich kann mir schwer vorstellen, dass man zwei Menschen gleichzeitig und gleich intensiv lieben kann.

Bitte verzeih mir, falls ich gelegentlich zu neugierig oder zu provokant gefragt haben sollte. Aber ich interessiere mich schon länger für dieses Thema und würde mich freuen, falls DU oder jemand anders (der das hier lesen sollte) aus deiner/seiner Erfahrung antworten könntet.

Liebe Grüße!

Partner bi, Gefühlschaos

chopin, Freitag, 19. Juni 2009, 14:25 (vor 3075 Tagen) @ Allegra

Hallo Allegra,

Ooops, das ist jetzt ein sehr langes Posting. Ich versuche mal drauf zu antworten ... :-)

Ja, so erlebe ich es auch. Eine Beziehung bedeutet für mich die exklusive
physische und emotionale Hinwendung zu einem Partner. Da ich Hingabe als
das intimste Geschenk erlebe, das ein Mensch einem anderen machen kann.

Ja, Du empfindest so. Punkt ! (keine Wertung ... )
Für mich ist es zur Zeit sehr schwierig eine Balance zu finden. Sie will eigentlich absolute (sexuelle) Treue ich habe das Bedürfniss nach weiteren durch aus tief gehenden emotionalen und sexuellen Kontakten.

Ich kann deses "Geschenk" mehreren geben ohne dem einzelnen Menschen untreu zu sein. Für mich heißt Treue zu dem einzelnen Menschen zu stehen, ihm/ihr bei zu stehen und geistig und seelich nahe zu sein.
In meiner Definition bin ich meiner Frau UND meinem Freund treu.

In meiner tantrischen Praxis war ich mit vielen Menschen schon sehr intim und damit meine ich nicht nur sexuell. Zum Teil waren die Begegnungen sehr erfüllend für die Zeit des Zusammenseins und darüber hinaus. Und diese Erfahrungen haben meinen Horizont stark erweitert, Erfahrungen die ich in die Partnerschaft mit einbringe(n möchte).
Trotzdem fühle ich eine tiefere Verbundenheit mit meiner Frau auch wenn ich Liebe und Sexualität mit anderen teile.

Ja und genau hier liegt der mögliche Konflikt, den wir zur Zeit in Gesprächen aufzulösen versuchen ...
Vielleicht gibt es auch keine Lösung wenn es zwei nicht mit einander vereinbare Lebenskonzepte sind ... dann ist vielleicht eine Trennung für beide das Beste ... auch oder trotz man sich liebt.

Darf ich vorsichtig fragen, warum es für Dich so schwer ist, einer
Beziehung zuliebe auf den Kontakt zum anderen Geschlecht zu verzichten?

Du darfst auch unvorsichtig fragen ... ;-)

Vielleicht ... und da bin ich ganz ehrlich ... ist meine Liebe nicht 'groß genug' um darauf zu verzichten ... aber wie mißt man die Größe der Liebe ???
Ich könnte auch die Gegenfrage stellen: Warum ist Liebe des/der Anderen nicht groß genug um mir diese andere Liebe zu gönnen. ...
Wohlgemerkt ich könnte ... , die Frage ist so oder so irgendwas zwischen ungerecht und gemein.
Vielleicht will ich nicht verzichten weil ich nicht weiß was ich für diesen Verzicht wirklich bekomme ???
Letztendlich muß ich / müßen wir uns in Verzicht üben ??? Ist das nicht auch so eine kirchliche Doktrin ?
Ich liebe meinen Freund seelich wie körperlich. Ich fühle mich wohl, runder, vollständiger mehr in meiner Mitte wenn ich beides habe im Körperlichen wie im Seelischen.
Zur Zeit bin ich noch zu keinem Ergebnis gekommen, wenn ich vor der Entscheidung stünde: 'Er oder Sie' ...

Obwohl es oft geschildert wird, dass
Bisexuelle mehrere "Beziehungen" bzw. "sexuelle Kontakte" zugleich haben,
kann ich den Zusammenhang zur Polygamität nicht ganz erkennen. Ich denke
Monogamie bzw. Bigamie ist eine Sache der persönlichen Einstellung,
unabhängig von der sexuellen Identität. Ich meine, auch ein
Heterosexueller könnte eine offene Beziehung leben wollen bzw. auf
sexuellen Kontakt außerhalb der Beziehung nicht verzichten wollen. Warum
tendiert also ein Bisexueller zu offenen Beziehungsformen? Ist es, weil er
auf beide Geschlechter reagiert und daher mehr Reizen ausgesetzt ist oder
ist es vielleicht die Angst bzw. Aversion vor zuviel bzw. ausschließlicher
Nähe zu einem Partner?

Du hast recht, Bisexualität impliziert nicht automatisch Polygamie bzw. Polyamorie bzw. offene Beziehung.
Sicherlich kann ich den 'Drang nach Mann' auch sublimieren ... z.B. in einer intensiven aber sexlosen Freundschaft zu einem Mann ... oder in Meditation ... oder Sport ... oder was auch immer.
Ja, ich weiß, dass ich sowohl weiblich als auch männliche Anteile in mir habe und ich weiß, dass ich mir alleine genügen kann.
Mit diesen Themen arbeiten wir auch im Tantra. Aber noch bin ich nicht erleuchtet und noch will ich Körperlichkeit.
Es gibt auch Bisexuelle die sind nicht polyamor, d.h. 'vielliebend'. Die haben halt Sex mit dem eigenen Geschlecht, können sich aber nur in das andere Geschlecht verlieben. Ich kenne zumindest etliche Männer denen das so geht.
Ich habe mich nunmal auch in einen Mann verliebt und will diese Liebe auch leben.
Es gibt auch Heteros, die haben Aussenbeziehungen, sexuelle und emotionale, offene oder heimliche.
Ich könnte mir es auch sehr einfach machen und alles heimlich ausleben. Mein Beruf läßt mir sehr viele Frreiheiten, ich bin oft unterwegs, öfters über Nacht weg und ab und an auch über das Wochenende.
Aber ich will nicht heimlich lieben !! Ich will darüber offen sprechen können, mich mitteilen können und ja ich will auch eine offene Beziehung.

Das ist meine persönliche Entscheidung. Die war nicht von heute auf morgen da, das hat sich im Laufe der Zeit entwickelt.

Ich glaube nicht, das Bisexuelle per se Poly-Was-auch-immer-sind oder offener für 'offene Beziehung'. Ich denke die Tatsache, dass viele offen lebenden Bisexuellen zwei oder mehr Beziehungen leben ist eher darin begründet, dass die aktive Auseinandersetzung miot der eigenen Bisexualität auch zu einer Hinterfragung des eigenen, "klassischen" Beziehungsmodells führt.
Ein zweiter Aspekt dürfte auch der sein, dass sich in Foren wie Bine und anderswo genau jene Leute stärker engagieren.
Von den 'heimlichen' Bis liest man/frau halt nix ...

Chopin, wie warst Du, bevor Du Deine Bisexualität entdeckt hast?

Heute bin ich 50, meinen ersten Sex mit nem Mann hatte ich mit 26 ... davor hatte ich mich nicht getraut (war sehr schüchtern :-( ).

Zwischen meinen zwei Ehen hatte ich mehrere sexuelle Kontakte zu Männern, aber keine Beziehung mit Männern.
Offen bisexuell lebe ich seit ca. 5 Jahren. D.h. seit dieser Zeit weiß es meine Frau und einige wenige sehr gute Freunde.

Schon immer offen für den "offenen Beziehungsgedanken" oder besonders "liberal"?

Ich war schon immer sehr liberal, habe das aber lange Zeit nicht für mich in Anspruch genommen.

Vielleicht hat Dein Bedürfnis nach einer bigamen Beziehungsform ja mit
Deiner Bisexualität gar nichts zu tun, obwohl ich natürlich schon oft
gelesen habe, dass Bisexuelle tendenziell BEIDES brauchen, was natürlich
einen sehr toleranten oder weiteren bisexuellen Partner erfordert.

Kann schon sein, ist mir aber letztendlich egal. Jetzt ist es so, ich bin bi und habe zwei Beziehungen.

Wie sieht Eure Beziehung - aus der Perspektive Deiner Frau - heute aus?
Hat sie sich an den Gedanken gewöhnt, dass Du BEIDES brauchst? Fühlt sie
sich nicht zurück gesetzt?

Ich würde sagen das schwankt. Manchmal verabschiedet sie mich sehr liebevoll wenn ich über's WE zu meinem Freund fahre, wünscht mir ein schönes Wochende und wir tauschen dann in dieser Zeit auch SMS aus.
Manchmal findet sie es einfach nur zum kotzen, dass ich einen anderen Mann f**** :-(

Sie liebt mich und akzeptiert, dass ich es brauche ... aber lieber wäre ihr, wenn wir ein "normales Paar" wären.


Kämst Du den umgekehrt damit klar, wenn Deine Frau einen Lover hätte -
irgend etwas, das ihr die nun fehlende Aufmerksamkeit durch Dich ersetzt?

Ja, ich komme damit klar, sie hat einen Lover ... ist zwar eine Fernbeziehung, sie sieht ihn sehr selten aber sie sind regelmäßig in Kontakt.
Und ich gönne ihr jede Begegnung mit ihm und weiß auch wie es sich anfühlt wenn die Partnerin bei einem andeen ist ...

Ich könnte mir vorstellen, dass bei Euch eine Art "Ungleichgewicht"
entstanden ist, dadurch, dass Du weitere Facetten Deines intimen Selbst
ohne sie auslebst, Deine Frau aber so bleibt, wie sie ist?

Ja, da hast Du recht. So ist es ... aber wir arbeiten dran und sind im Gespräch.

Du hast eine
wirklich tolle Frau - ich persönlich wüsste nicht, ob ich das so
wegstecken könnte - einfach weil für mich körperliche und emotionale Treue
eine ausschließliche Sache sind.

Danke, ich bin ihr auch sehr dankbar.
Und sie steckt es nicht (mehr) weg, sondern redet mit mir darüber.

Aber wo endet
Freundschaft und wo beginnen die Gefühle?

Für mich gibt es nur Freundschaft mit Gefühl ansonsten ist es eine Bekanntschaft.

Diese Frage könnte mir ja nur
mein Freund beantworten - ich habe einfach festgestellt, dass ihm die
Freundschaft zu diesem Mann,

Gönne sie ihm !
So wenig Männer haben eine WIRKLICHE Freundschaft. Und Männer brauchen Männer ganz dringend !

Es ist nur eine Idee, aber liegt es daran, dass Bisexuelle vielleicht
besonders "liebesbedürftig" und "kontaktfreudig" sind?

Nö, muß nicht sein. Ich kann auch ein Kontaktmuffel sein.

Manchmal habe ich
das Gefühl, dass Bisexualität zwar in jedem Menschen verankert ist - dass
aber nicht alle das leben?

So ist es !!!!
Unsere bevorzugte monogame Lebensform ist eher gesellschaftlich induziert und ... Achtung ! Lieblingsthema ! ... auch ganz im Sinne der Kirche.
Die Kirche und der Staat können keine wirklich freien Menschen als Gemeindemitglieder/Bürger gebrauchen.

Ich gebe auch erotisch/tantrische Massagen für Männer und mir bricht es oft fast das Herz wenn ich mitansehe wie hungrig bisexuelle Männer nach Berührung durch einen Mann sind. Wenn ich spüre wie sehr sie darunter leiden das nicht offen leben zu können weil sie Angst haben sich ihrer Partnerin zu offenbaren aus Angst verlassen zu werden.

--- schnipp / schnapp ---
---- Teil zwei folgt in nächstem Posting ----

Partner bi, Gefühlschaos - Antwort Teil 2 -

chopin, Freitag, 19. Juni 2009, 14:30 (vor 3075 Tagen) @ Allegra

---- schnipp / schnapp ---
--- Teil 2 der Antwort ---

Deshalb meine Frage: Ist es für Dich eher eine
Sache von gelebter Kreativität "abzuwechseln" evtl. eher die Angst, etwas
zu verpassen, das man noch "ausprobieren" könnte, weil sonst das EGO nicht
bekommt, was es will?

Ooch, immer diese Frage nach dem EGO !
Ja, ich bin egoistisch ! Ja, ich pflege mein Ego !
Die Aussage: "Ich bin egoistisch" ... ist doch nach unserem Allgemeinverständnis bäh ! Igitt der denkt (nur) an sich !!!!
Wie viel lieber hören wir "ich denke nur an Dich/Euch" ... ja, das ist guuut ... gelebter Altruismus in bester Kirchentradition.
Was heißt den egoistisch zu sein ?? Das heißt für sich SELBST sorgen, SELBST Verantwortung zu übernehmen und zu spüren was ich brauche und mir das zu geben.
Wie soll ich andere lieben wenn ich nicht erst mal mich selbst liebe ???
Liebe im DU braucht als Grundlage die SELBST-Liebe im ICH.
Ja, ich gebe meinem EGO vieles was es will und braucht ... aber ich bleibe trotzdem in Reflektion und Austausch mit meinen Partnern, Freunden und Umgebung.
Ich gebe mir nicht ALLES ... das ist nicht immer möglich, aber VIELES und das immer öfter ...;-)

Oder ist BEIDES auszuleben bei Dir ein wirklich
seelisches Bedürfnis im Sinne von: Du kannst nicht ohne sein und es würde
Dich quälen. Etwa, wenn man einem passionierten Heterosexuellen den
Kontakt mit dem anderen Geschlecht völlig untersagen würde?

Ja, es ist mir ein seelisches Bedürfniss auch einen Mann bzw. Männer von Herzen zu lieben UND ein körperliches Bedürfniss zu vö**** :-D
Ja, es würde etwas fehlen wenn ich das nicht dürfte oder hätte. Ich mag den Sex mit meiner Frau sehr, keine Frage. Ich liebe sie und Ihre Nähe, ihre Zärtlichkeit. Aber ich brauche auch die Nähe zu meinem Freund auf allen Ebenen.
Dann fühle ich mich wirklich rund ... oder etwas esotherischer ausgedrückt ... eins mit mir selbst und dem Universum.
Noch brauche ich diese gelebte Dualität, die ich auch in mir selbst auch finden kann. (siehe oben) Aber solange ich noch nicht ganz eins mit mir bin, mir ganz selbst genüge, solange will und brauche ich beides.
Es war ein langer Weg bis ich so zu mir SELBST stehen konnte, bis ich mir ehrlich zu mir selbst eingestehen konnte: "Ich bin so !!!"
Es war schwer, dies auch in die Partnerschaft einzubringen und wirklich zu leben.
Es ist nicht leicht zwei Beziehungen und bisexuell zu leben. Ich könnte es vermeintlich einfacher haben, aber dann wäre ich nicht mehr ich.
Heute kann stehe ich hier und kann sagen, So bin ich ! So will ich leben !
und ich kämpfe dafür.

Frage: Ob das unbedingt seelisch notwendig ist? Oder ist LIEBE für einen
Partner nicht eher eine Herzensentscheidung? Ich kann mir schwer
vorstellen, dass man zwei Menschen gleichzeitig und gleich intensiv lieben
kann.

Was ist UNBEDINGT notwendig ??? Das hängt von der Situation und den Umständen ab. In der Wüste ist Wasser unbedingt notwendig, hier haben wir es im Überfluß.
Wer definiert wie viele Menschen mann/frau lieben kann oder darf.
Nur einen und das ein Leben lang ? Einige, aber nur hintereinander ? (also serielle Polygamie) Maximal zwei gleichzeitig ? Sind vier schon eine(r) zu viel ?
Die einzige Begrenzung schaffen wir uns selbst, im Kopf !!! Nicht im Herz !
Was ist intensiv ... genug ... ? Was ist 'gleich' intensiv ?
Wie will ich Liebe, das größte und stärkste aller Gefühle, Liebe die ich nicht richtig in Worte fassen kann, wie will ich Liebe quantifizieren.
Ich kann nicht entscheiden ob ich jemand liebe oder nicht. Diese Entscheidungsfreiheit habe ich nicht. Entweder die Liebe ist da oder nicht.
Ich kann mich aber entscheiden offen für die Liebe zu sein, ich kann mich entscheiden Liebe zu leben.
Ich liebe meine Frau und meinen Freund ... von Herzen. Aber ich halte beide in dieser Liebe nicht fest, umklammere nicht.

Wenn es für Dich anders ist, Prima ! Wenn Du Dich mit einer Liebe wohl und glücklich fühlst, Klasse !
Ich kann nicht ausschliessen, dass ich irgendwann nur noch eine Liebesbeziehung habe oder vielleicht mehrere.

Was wäre das für eine Welt wenn wir uns alle erlauben würden uns zu lieben soviel und zu oft wir möchten.
Liebe ist das Einzige das immer größer wird je öftern man es teilt ... OM !!


Bitte verzeih mir, falls ich gelegentlich zu neugierig oder zu provokant
gefragt haben sollte.

Nö, ich verzeihe nix ! Könnt ja Jede(r) kommen !
Frage so oft Du willst und so provokant Du willst ... ich entscheide für mich ob und wie ich antworte ;-)

Ich hoffe ich konnte Deine Fragen einigermasen beantworten ... vielleicht sind auch mehr Fragen aufgetaucht.
Kannst ja auch 'ne Mail schreiben wenn Du magst.


Liebe Grüßle aus Baden

Chopin

Partner bi, Gefühlschaos

wicki0412, Donnerstag, 11. Juni 2009, 23:25 (vor 3082 Tagen) @ littlemisssunshine

hallo little misssunshine,
du bist in einer ähnlichen situation, die ehrlich gesagt gott sei dank schon hinter mir liegt.
auch offenbarte sich mein freund mir gegenüber zu seiner bisexualität und nach einer gewissen zeit damit, dass er diese auch ausleben möchte. es begann für uns eine zeit der höhen und tiefen mit endlosen gesprächen und diskussionen und natürlich auch mit viel tränen. unsere gesamte geschichte hier zu erzählen würde allerdings den rahmen sprengen...

Nun erzähle ich von heute: inzwischen sind wir sehr glücklich verheiratet und haben einen 1,5 jahre alten sohn. mein mann lebt seine bisexualität mit einem mann aus, den er in regelmäßigen abständen trifft.
nach einer langen zeit der verarbeitung kann ich wirklich gut mit der situation leben, weil ich inzwischen der überzeugung bin, dass mir mein mann dennoch treu ist und ich es nicht als sogenanntes "fremdgehen" empfinde. nachdem wir sehr viel über gefühle gesprochen haben und ich auch durch litertar viel über bisexualität weiß, denke ich, dass bisexuelle das bedürfnis nach dem anderem geschlecht nur schwer unterdrücken können. seit mein mann dieses nicht mehr unterdrücken muss, ist unsere beziehung noch viel glücklicher geworden. vielleicht hört es sich etwas paradox an, aber es ist wirklich so.
aber trotz alledem möchte ich natürlich auch noch die aktuellen schwierigkeiten erwähnen. klar gibt es auch momente, in denen es auch mal wieder schwer für mich ist, wenn er zu seinem "sexfreund" fährt oder im alltag probleme auftreten..., aber trotzdem kann ich ganz sicher sagen, dass ich meine mitte gefunden habe und ihn immer wieder heiraten würde.

wir haben es geschafft, was aber nicht heisst dass man nicht weiter daran arbeiten sollte. das thema bisexualität wird immer präsent für uns sein und deswegen reden wir weiterhin über gefühle, bedürfnisse, unser leben.

ich habe übrigens damals (vor ca. 3 Jahren) hier schon mal in das forum geschrieben als mein freund (heute mann) noch ganz am anfang standen. damals haben mich hier einige aufgebaut. vielen dank nochmal dafür. die liebe hat gesiegt. :-)

lg wicki

p.s. was mir manchmal allerdings fehlt, sind menschen, die in der gleichen oder ähnlichen situation sind wie ich, um mich mit ihnen auszutauschen. wer also lust hat, kann sich gerne bei mir unter julia.0412@web.de austauschen.

Partner bi, Gefühlschaos

curt, Mittwoch, 15. Juli 2009, 11:37 (vor 3049 Tagen) @ littlemisssunshine

Hallo ,

Ich habe erfahren,dass mein Freund bi ist. Und weiß immer noch nicht, wie ich damit umgehen soll.
völligen Gefühlschaos und tierisch eifersüchtig
und weiß nicht, was ich tun soll.Ich habe solche Angst ihn zu verlieren
und bin mir auch nicht sicher, ob unsere Beziehung Zukunft hat. Ich möchte
mal heiraten, Kinder haben,............

Das hört sich nach heftigen Turbulenzen an. Da werdet ihr mit ein bißchen Kommunikation nicht weiter kommen. Versucht es lieber mit professioneller Hilfe. Leider machen dabei die meisten Familienberatungsstellen keine gute Figur. Empfehlenwert sind die Profis vom Zentrum für bisexuelle Lebensweise.
www.z-bi.de
Zu finden auch über das BiNe-Beratungstelefon 0700-BIBERATUNG
Viel Glück!

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