Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!! (Unsortiert)

Martin, Rhein-Neckar, Dienstag, 06. Mai 2014, 15:44 (vor 1293 Tagen)

Hallo,

da ich ziemlich verzweifelt und hilflos bin brauche ich mal eure Einschätzung!

Es geht darum das meine Frau Bi ist, was für mich aber nicht schlimm ist!
Ich Liebe meine Frau von ganzem Herzen, und verurteile sie dafür nicht.
Ich versuche Euch mal meine Geschichte zu erzählen:

Meine Frau (37) und ich (38) sind seit 19 Jahren ein Paar.
Vor 11 Jahren haben wir geheiratet und haben zwei Kinder 10 und 8 Jahre.
Damals wusste ich nichts von der Neigung meiner Frau.
Wir haben meiner Ansicht nach eine gute Ehe geführt, mit höhen und tiefen wie ich es glaube auch normal ist.
Gemeinsam haben wir viel durchstanden in unserer Zeit
(Alkoholprobleme in beider unserer Familien) Die Geburt unserer Tochter war dramatisch (starke Blutung nach der Geburt), das ich dachte ich werde alleinerziehender Vater.
Eigentlich waren wir immer füreinander da.
Natürlich gab es auch mal Streit aber nie hat einer den anderen,
weder in verbaler oder körperlicher Form, angegangen.
Unser Sexleben war zu 90 % Fantastisch (kleine ausrutscher gibts ja immer mal).
Da war oft mehr als nur Missionarsstellung drin, wenn ihr versteht.

Um meine Lebensgeschichte etwas abzukürzen ;-) schreib ich mal nur von den letzten 1 1/2 Jahren weiter:

In den letzten zwei Jahren hatte unsere Beziehung einen Einbruch bekommen.
Ich kann von mir sagen das ich maximal Gestresst war von meinem Leben
(Hatte mir nebenberuflich zuviel zugemutet, so das ich echt ausgebrannt war).
Ich hatte mir aber schon alles zum verbessern vorbereitet, da ich nicht alles spontan mit dem Nebenberuflichen beenden konnte. Heute bin ich da von allem Frei und das ist auch gut so.

Unser Sexleben hat sich immer mehr verringert, was aber nicht von mir aus ging!
Wenn wir Sex hatten war der aber nach wie vor super (Das gilt für uns Beide denke ich, auf jeden Fall hab ich nicht gefragt "Wie war ich!";-) )

Irgendwie hatte ich den Verdacht das da was nicht Stimmt, sie war andauernd am SMS schreiben und hat sich anders Verhalten.
Angesprochen darauf hatte ich sie auch, ob sie was mit jemand anderm hat,
mehrmals tat ich das, ich hatte auch schon den Verdacht das was mit einer Frau seien könnte! Sie hatte das immer verneint doch mein Mistrauen blieb.

Im März letzten Jahres haben wir ein gemeinsames Wochenende unternommen.
Das fing auch toll an wir hatten viel Spaß.
Samstags Abends machten wir uns für den Abend bereit.
Meine Frau war Duschen und ihr Handy lag auf dem Nachttisch.
Ich hab es genommen und überlegt ob ich reinschauen soll, letztendlich tat ich es.
Der Grund warum ich das tat war, wir waren mittags beim Bummeln im KDW-Berlin und plötzlich läuft uns die Arbeitskollegin meiner Frau über den Weg,
600 KM von zu Hause weg!!!
Ich fragte meine Frau ob sie was damit zu tun hat! Natürlich Nein.
Auf jeden Fall war das der Auslöser das ich in das Handy schaute.
Und da Stand der Name dieser Arbeitskollegin!

Ich lass die Nachrichten und ich kann Euch nicht Beschreiben wie sehr mir der Atem ausgesaugt wurde, ich war am Boden zerstört und weinte. Ich fühlte mich so Leer, mir wurde Heiß und Kalt.

Ich ging ins Bad zu ihr und sagte "Du betrügst mich!" Ihr Gesicht versteinerte und sie fragte wie ich darauf komme und ich sagte das ich ihre Nachrichten gelesen habe!

Und ich hatte einiges gelesen, ich hätte aufhören können zu lesen, aber so schmerzlich es auch war ich hab weitergelesen.

Sie sagte ich komme gleich aus dem Bad raus und dann reden wir.
Konfrontiert damit gab Sie zu das sie was mit ihrer Kollegin hat,
aber nicht mit dieser sondern eine andere.
Sie hatte den Namen aber in ihrem Telefonbuch geändert und den Namen der Kollegin eingetragen die wir getroffen haben.
Es war also Zufall das wir sie getroffen haben,
oder vielleicht auch ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Nun, diese Kollegin mit der sie was hat ist Lesbisch.
Ich wusste das, und darum auch die falsche Fährte mit dem Namen.

Ich hatte an diesem Abend schlimme Dinge zu ihr gesagt ich hatte sie auch gehasst für das was sie tat. Ich war so schlimm drauf das ich ziemlich düstere Gedanken mir gegnüber hatte, die wenn sie sich für mich Angeboten hätten ich auch getan hätte.
Ich war einfach nur am Boden.

Der Rest des WE war natürlich für die Tonne aber wir mussten bis Sonntag Abend auf unseren Rückflug warten. Das war so unendlich lange.
Wir hatten in dieser Zeit auch gerdet und dabei kam alles raus.
Auch die nächtsen Tage hatten wir geredet,
sie hat mir gesagt das sie das nicht gegen mich gemacht hat!
Aber das war mir für den Moment ziemlich egal.
Als wir Nachts Zuhause ankamen ging sie sofort zu ihr um mit ihr zu reden.
Ich blieb alleine Zuhause und es war grausam, ich war nur am heulen.

Dieser Zustand ging die nächsten Tage so weiter.
Ich habe ihr gesagt das ich sie nicht für ihre Gefühle verurteile, aber die Art und weiße war Mies.

Wir wollten uns nicht trennen, denoch hat dieses Ereigniss eine ziemliche Kerbe in meinem Herzen hinterlassen. Wir haben darüber geredet, jeder von uns hat auch mal mit einem Freund von mir geredet der auch Bi ist, das tat uns beiden sehr gut.

Das Schlimme war nur, das sie keinen Abstand von Ihrer Kollegin bekam.
Sie Arbeiten gemeinsam in einem Team und sind dadurch immer zusammen.

In den Gesprechen hab ich ihr versucht entgegenzukommen, ich habe versucht Lösungen zu finden. Ich war verzweifelt, ich habe gesagt lass uns versuchen es mit einem Dreier zu probieren!
Jetzt habe ich Mittlerweile auch andere Foren gelesen, aber keines fand ich bisher so passend wie dieses, und hab die Frauen (vor allem aus der kompletten Lesbenseite) auf die Männer einhakken hören "Typisch Mann der denkt da nur an sich und bla bla bla"

Ja, es mag diese Männer geben die denken "Yes Baby, endlich mal von zwei Frauen bedient werden, meistens kommen die aber mit einer schon nicht klar!
Aber ich hatte den Wunsch die Gefühle mit meiner Frau zu teilen, sie zu verstehen um was es ihr beim Sex geht (Natürlich ist da noch mehr ausser Sex) zu spüren was ihr auch noch gut tut und ihre Leidenschaft zun sehen. Denn ja, es gibt Männer die haben Gefühle, auch in der Hetero Welt und denen ist es nicht egal ob die Frau einen Orgasmus hatte oder nur der Prinz.

Was ich nicht wollte war, und darum hatte ich Sie gebeten, das das mit der Kollegin weitergeht und sie eine paralellbezieung aufbaut.
Das ist für mich zu Schlimm, vor allem nach diesem Vertrauensbruch.
Das hab ich ihr oft gesagt.
Ich hab ihr auch gesagt such doch jemand der auch in deiner Situation ist , das wär für mich tragbar damit könnte ich Leben. Aber nicht mit der weiter.
Im Nachgang hab ich aber den Eindrung das diese andere auch Stark geklammert hat und sich meine Frau auch darauf einließ.

Ich kann meine Frau durchaus Verstehen, sie hat dort eine schöne Zeit.
Dort ist niemand der ruft Mamaaaa. Kein Mann der nervt, kein Haushalt, keine Arbeit. Einfach nichts was stört! Ja das ist toll, ich hätte mich auch von Herzen danach gesehnt.

Na,ja. Nach einiger Zeit haben wir uns wieder etwas zusammengerauft.
Ich ging zu einer Psyschterapeutin und machte ca. 8 Sitzungen, diese Frau konnte mein Problem gar nicht einschätzen. Es war halt die Verkehrte, wir hatten das dann beendet mit den Worten "Sie sind ja auf einem guten Weg" TOP!
Ich hab versucht im Internet zu lesen fand aber keine gescheite Seiten (Bis heute!)
Ich hab gesagt lass uns eine Paarteherapie machen was wir dann nich taten.

Ich war bemüht eine Lösung für uns zu finden, aber irgendwie tat ich das scheinbar alleine! Ich hab ihr ja Zugeständnisse gemacht, ich wollte für sie da sein.
Das mit dem Dreier war nicht das Richtige auch wenn wir da kurz davor wahren!
Eine andere Lösung hat sie auch nicht gesucht (Vermutlich?, sie hatte nichts gesagt)
Insgesammt hätte ich mir gewünscht das sie mehr mit mir darüber redet.

Die Beziehung zur Kollegin war scheinbar beendet aber der Kontakt nicht!

Seit 5 Wochen ist der Zustand bei uns wieder sehr Angespannt, sie hat Gefühlsschwankungen da komm ich nicht mit.
Auf jeden Fall ist wieder alles sehr komisch.

Vor 5 Tagen ging ihr Handy nicht, ich hab ihr da geholfen und hab ihre Telefonrechnung gesehen. Da war fast nur eine Nummer drauf! Und das ist die der Besagten Kollegin.
Ich redete mit ihr darüber und sie schwieg mich nur an. Sie sagte nichts!

Vor 3 Tagen redeten wir nochmal Abends darüber, und letzendlich kam heraus das sie mich zum zweiten mal mit dieser ........ Kollegin betrogen hat!

Ich hatte sie darum doch gebeten!
Und schon wieder bin ich am Boden zerstört!
Ich wollte ihr doch helfen, ich hab sie nur um eine Sache gebeten.
Ich bin so Enttäuscht, und schon wieder am heulen.

Kurz bevor ich das zweite mal herausfand hab ich ihr schon gesagt das es bei meinem Arbeitgeber eine Stelle gibt bei der sich Bi, Schwule, Lesben beraten lassen können.
Ich hab da einen Termin ausgemacht und ihr gesagt das ich da auf jeden Fall hingehen werde und ich mir wünschen würde das sie mitgeht. Sie hat gesagt das sie schwer über ihre Gefühle sprechen kann! Mit niemandem und das sie keiner Verstehe.
Sie würde aber mitgehen.

Dann kam aber der nächste Schlag mit dem zweiten mal Betrügen.
Sie sagte mir an diesem Abend auch wie gut das es wahr und sie keine schlechtes Gewissen habe. Und auch was bei uns so schief läuft, das ich auch wenig freude ausstrahle.

Aber Sie sagt auch das sie mich Liebt und unsere Fmilie sehr wichtig für sie ist.
Und das sie das andere nicht abstellen könne! Und sie wisse nicht was sie tun soll.
Ob sie sich von mir trennt, eigentlich will sie das auch nicht!

Ich habe doch auch nie verlangt das sie das abstellt, ich wollte Lösungen mit ihr finden.
Nur was ich nicht kann ist das sie mit der Frau was hat mit der sie mich Betrogen hat und eine paralell Beziehung hat.
Den wenn das so war hat sie für uns nichts Investiert.
Ich war ihr in dieser Zeit glaub ich ziemlich Egal.

Ich möchte meine Familie nicht Aufgeben und ich Liebe meine Frau auch wenn sie mir das angetan hat. Ich Liebe Sie so wie sie ist, als Frau die auch Frauen anziehend findet.

Aber bin ich ein Unmensch wenn ich die Bitte habe nichts mit der anderen Anzufangen?
Darf ich nicht meine Gefühle äussern oder muss ich nur Verständnis haben!
Gibt es den keine anderen Möglichkeiten als mit dieser Blöden Kuh die ich abgrundtief Hasse.
Meine Frau ist doch nicht die einezige die eine Familie mit Kindern und Mann hat und Bi ist! Sie hat gestern noch deutlich zu mir gesagt das sie nicht Lesbisch ist und mich Liebt.

Was macht Ihr Frauen anders? Was macht ihr Partner anders? Bin ich so Falsch?

Ich hänge seit einem Jahr in der Luft und komm nicht mehr unten an.
Muss ich denn nur Akzeptieren?
Ich möchte meine Frau die ich nach wie vor für eine wunderbare und tolle Frau halte nicht verlieren!

Ich habe Angst wenn ich sie in Ruhe lasse um nachzudenken, das sie von der anderen total getrigert wird. Und wenn ich sie unter Druck setzte das ich sie noch mehr von mir wegtreibe!
Ich weis nicht was ich tun soll um sie an meiner Seite zu haben!


Verdammt, ich glaub ich hab zu viel geschrieben. Sollte kein Buch werden!
Sorry für die vielen "sagte" und "ich" und und und!

Ich würde mich freuen wenn ich von irgendjemandem Antwort bekomme da es mir echt nicht gut damit geht.

Ich will doch auch nur Lieben und geliebt werden von meiner Frau :-(

Ich danke Euch für die Gedult den "Aufsatz" zu lesen.

By Martin

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Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Paradiesquelle @, 14806 Bad Belzig, Dienstag, 06. Mai 2014, 18:40 (vor 1293 Tagen) @ Martin

Hallo Martin

danke das du dich so offen zeigst. Ich glaube solch eine Situation, wie du sie beschreibst lässt sich nur schwer kürzer fassen.

Für mich wirft sie die Frage auf, ob du darunter leidest, das deine Frau auch noch eine andere Frau liebt? Oder ob die größeren Probleme nicht die Heimlichkeit damit und deine "innere Weltanschauung" ist, wie Liebe & Beziehung zu sein hat. Den die Heftigkeit entsteht ja nicht dadurch, das deine Frau liebt, sondern was dein Verstand daraus kreiert.
Während die Liebschaft noch heimlich war, hattet ihr ja noch (guten) Sex, der endete ja erst als du es heraus fandest und damit nicht klar kamst.

Nehmen wir an, wir würden in einer Welt leben, wo es völlig normal ist, das Menschen ihre Liebe in all ihrer Form in die Welt bringen können/dürfen. Also würden die einem im Zölibath leben // manche würden eine Partnerschaft führen, andere zwei oder drei // es gebe Menschen die hauptsächlich Freundschaft+ leben würden // manche wären promisk unterwegs // dem einen und anderen gefällt es mehrere Liebesbeziehungen in unterschiedlichster Intensivität zu führen // das "Geschlecht" würde nicht mehr so wichtig sein, der Mensch mehr in der Vordergrund treten // es täten sich zwei oder mehrere zusammen um Elternschaft zu "kreieren" // die individuellen Liebesbedürfnisse müssten nicht mehr von einer Person erfüllt werden // es gäbe Trios, Duetts oder ... // manches ODER könnte durch ein UND ersetzt werden // ... // jeder lebt sein individuelles Liebesverhältnis so offen und ehrlich wie er/sie es kann.

Dann gebe es das Problem mit dem "betrogen" sein nicht mehr. Die eigene Welt würde nicht so dramatisch zusammen brechen, wenn der/die Geliebte auch einen anderen Menschen liebt; sondern ich könnte mich hier an der Mitfreude - das ein von mir geliebter Mensch nun noch mehr liebt - erfreuen. Ich könnte ganz und gar mir treu bleiben (müsste hier keine faulen Kompromisse eingehen). Der Partner muss nicht all meine Bedürfnisse erfüllen oder ich darauf verzichten.

Noch sind wir nicht dort, doch diese Vision hilft mir immer wieder wenn ich in die persönliche Enge komme meine Kraft darauf aus zu richten, mich in diesen Zustand zu initieren, wo ich wahrhaftig lieben (= das Beste für den Anderen zu wollen) kann. Wo ich nicht begrenzt bin durch Moral/Ethik/gesellschaftliche Vorgaben und eine bestimmte Rolle/Norm meine erfüllen zu müssen. Wo meine Gefühle sein dürfen (auch dann wenn es keine Erwiderung gibt) und ich meine Freude/Liebe mit all deinen teilen kann, die mir nahe stehen.

Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Martin, Rhein-Neckar, Dienstag, 06. Mai 2014, 19:51 (vor 1293 Tagen) @ Paradiesquelle

Hallo Paradiesquelle,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich muss sagen das es natürlich nicht einfach für mich währe wenn meine Frau eine andere Frau auch Lieben würde (Falls sie in der Lage ist überhaupt so viel Liebe für zwei Menschen aufzubringen oder ob einer darunter leidet wie im Moment?) Das sind Erfahrungen die man erst machen muss und vor allen Dingen darüber reden sollte denke ich.

In erster Linie steht für mich das Hintergangen werden, was mich Traurig macht.

Ich bin ja bereit mit ihr einen anderen Weg zu gehen aber bitte gemeinsam und offen ohne Heimlichkeit. Nur kann ich das mit dieser einen nicht über mein Herz bringen und ja, mein Verstand lässt das auch nicht zu.

Es gibt doch noch so viele andere Bi Frauen in der selben Situation, ich kann das akzeptieren wenn sie sich mit jemandem treffen mag und auch wenn sie gemeinsame Erfahrungen machen. Ich will nicht jedes Detail, aber z.B. "ich geh mit XX heut Abend weg wir werden auch in einem Hotel schlafen, Ist das OK für dich? Wenn Du etwas wissen möchtest kannst Du mich Fragen!" Ist das den zuviel verlangt?

Aber nochmal ich kann da nicht über mein Schatten springen, mit der einen geht das für mich nicht! Ich hab da ein Trauma, kannst Du das verstehen?

Und noch eine Anmerkung, wir haben nicht mehr so häufig Sex, aber wenn das ist dieser fast immer sehr gut!


Ich hoffe das Du mit deiner Vision für Dich Erfolge erziehlst und ich danke dir!

LG Martin

Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Jens @, Rendsburg, Dienstag, 06. Mai 2014, 20:53 (vor 1293 Tagen) @ Martin

Moin Martin,

es ist nachvollziehbar, dass Du mit "der einen" ein Problem hast, das aus dem sich-hintergangen-fühlen entstanden ist.

Das "mehrere Menschen lieben" kann ich zwar nur aus meiner eigenen Sicht als Bi-Mann schildern, aber vielleicht hilft es Dir, Deine Frau zu verstehen - die Vielfalt an Gefühlen für verschiedene Menschen reicht von sexuellem Interesse über Begehren bis hin zur Geilheit, von nicht-sexuellem Interesse bis Neugier an der Person an sich, von platonischer Freundschaft bis "auf gleicher Wellenlänge", ohne dass da jemals irgendetwas Sexuelles laufen würde, und bei all dieser Vielfalt ist auch immer etwas Liebe und/oder Verliebtheit dabei.

Ohne Liebe ist ein "sich fallenlassen können" aber nicht wirklich möglich, dazu gehört Vertrauen und Geborgenheit, und das ist meiner Meinung nach die Verkörperung von "Zuhause". Zum Vertrauen gehört aber auch, dass man offen und ehrlich miteinander umgeht, auch wenn es nicht immer leicht ist - besser als unterschwellige Aggressionen und gegenseitiges Anschweigen ist es allemal.

Rede mit Deiner Frau, nimm sie in den Arm, zeig ihr, dass Du sie liebst. Und denk daran, dass Du die Schönheit eines Schmetterlings auf Deiner Hand nur solange geniessen kannst, wie Du die Hand offen lässt, und ihn nicht zerdrückst. Vertrauen und Geborgenheit halten ihn.

Liebe Grüsse
Jens

--
You can't out-sarcasm reality.

Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Martin, Rhein-Neckar, Mittwoch, 07. Mai 2014, 17:43 (vor 1292 Tagen) @ Jens

Hallo Jens,

vielen Dank für diese Worte die ich sehr berührend finde, sowie deine Erklärungen!

Ich hoffe das wir noch die Chance dazu bekommen um dieses Zuhause wieder zu bekommen.
Meine Fehler sind mir bewusst und ich und will daran Arbeiten.
Ich muss das auch erst noch lernen!
Auch das ich die Hand nicht verschließe ist mir verinnerlicht, hoffe aber auch eine offene Hand anzutreffen.

Liebe Grüße in den Norden

Martin

Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Libertin @, Nürnberg, Donnerstag, 08. Mai 2014, 11:49 (vor 1292 Tagen) @ Martin

Hallo Martin,

ich habe eine ähnliche Situation erlebt wie Du, auch ich wurde betrogen. Es war der Nachbar. Bei mir hat es zwei Jahre gedauert bevor ich davon erfuhr. Diese Zeit war die schlimmste meines Lebens.

Ich habe daraus viel gelernt.

Nur ICH bin für mich verantwortlich. < bitte diesen Satz in allen Konsequentzen durchdenken.

Es ist Dumm mein Glück von einer anderen Person abhängig zu machen.
Deshalb kann ich Glücksmomente um so mehr genießen, in ganz unterschiedlichen Situationen.

Was ist Glück für Dich?
Gibt es was womit Du Dich selbst beglücken kannst?
Wen oder was kannst Du sonst noch dazu brauchen?
Denke nicht im materiellen Bereich.

Selbstbestimmt leben bedeudet für mich immer,
selbst dafür zu sorgen, dass es mir gut geht.

In Situationen die ich nicht ändern kann, kann ich vielleicht meinen Umgang damit verändern.

Wichtig bei allem: Schade niemandem!

--
Ich finde alle sollten das tun was sie wirklich gerne machen, ohne jemandem zu schaden!

Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Martin, Rhein-Neckar, Freitag, 09. Mai 2014, 06:21 (vor 1291 Tagen) @ Libertin

Hallo Libertin,

du hast so Recht mit deinen Worten.

Und meine Frau hat mir das auch gesagt!

Ja, ich kann das noch nicht.
Ich muss lernen zu mir zu finden um wieder das Glück zu erkennen und auch zu Leben!

Ich habe meine Frau erdrückt und mein Glück an ihr festgemacht, das war Falsch.

Nun ist es im Moment sehr schwer für mich, da ich nicht weis wie geht es bei uns weiter. Ich möchte keine Trennung, meine Frau zieht dies in Betracht.
Ich habe die Hoffnung das wir mit einer Paartherapie uns fangen können und einen neuen Anfang starten.

Und ich habe erkannt das ich alleine aus meinem Problem nicht rauskomme und mir Hilfe gesucht, leider mit Wartezeit :-( .

Und Schaden möchte ich auch nicht, ich will glücklich Leben und das mit meiner Familie und mit allen Freiräumen zum Glücklich sein die jeder für sich braucht!
Aber das muss ich lernen ;-)

Danke schön

Martin

Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Layla @, Freitag, 09. Mai 2014, 12:20 (vor 1291 Tagen) @ Martin

Hallo Martin,

ich wünsche dir alles Gute für deine Liebe und dass du die Kraft in dir findest, um dein Leben zu gestalten.
Mir ist wichtig, eine Sache zu sagen - eigene, durchaus schmerzliche Erfahrungen haben mich zu dieser Erkenntnis gebracht: In einer Liebe darf man keine Bedingungen stellen. Sofort, wenn du damit anfängst, engst du den Partner/die Partnerin wieder ein und stellst deine Empfindungen in den Vordergrund.
Das soll nicht heißen, dass der Partner/die Partnerin nicht wissen soll, wie es dir gefühlsmäßig mit dieser Situation geht ... Aber mehr zunächst auch nicht.
Du musst für dich herausbekommen, was das für negative Gefühle sind und warum sie dich beherrschen.
Bleibt im Gespräch, ohne Druck aufzubauen ... Man muss schon seine Position mitteilen können, die des/der anderen aber urteilsfrei anhören. Verstehen heißt nicht, einverstanden sein. Aber es ist ein Anfang!

Viel Glück
Layla

Hilflosigkeit - Bi-Frauen und Partner gefragt!!!

Martin, Rhein-Neckar, Sonntag, 11. Mai 2014, 09:04 (vor 1289 Tagen) @ Layla

Hallo Layla,

auch Dir danke ich herzlich für diese, schon wieder sehr passende, Antwort zu mir!

Scheinbar könnt ihr mich besser Einschätzen als ich mich selbst!

Und ihr habt Recht mit allem was ihr schreibt.

Um aus dem kleinen Funken der unserer Beziehung noch bleibt wieder ein Feuer werden zu lassen, liegt es zuerst an mir mich in den Griff zu bekommen!

Ich bedauere es zutiefst das ich meine Frau nicht gehört habe, die mir das versucht hat zu sagen, und das ich den ersten Schuß nicht gehört habe!

Leider kann ich die Zeit nicht zurückdrehen, ich muss jetzt aufstehen, endlich mich selbst aus meinem Trauersumpf holen und mich mit der Richtigen Hilfe wieder aufbauen!

Nur so kann ich für mich da sein!
Dann kann ich auch für meine Frau und Kinder da sein!

Glückliches Ich = Glücklicher Partner = Glückliche Familie

Ich hoffe das meine Frau meinen Weg erkennt und die Chance besteht es Ihr zu zeigen wie sehr ich das will!

Liebe Grüße

Martin

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