reden oder schweigen? (Coming Out)

Thomas11 @, Mittwoch, 03. August 2005, 17:06 (vor 4437 Tagen)

Hallo,

ich bin jetzt 27 Jahre alt und seit 3 Jahren mit meiner Freundin (24 Jahre) zusammen. Wir haben die Absicht in naher Zukunft zu heiraten. Da ich bi bin und sie bislang nichts davon weiß, stellt sich mir jedoch die Frage, ob ich es ihr erzählen - und ohne diese Leiche in unsere Ehe starten - oder eher schweigen soll.

Über das dafür brauch ich wohl nicht viel schreiben. Ehrlichkeit und Vertrauen sollten in keiner Beziehung fehlen. Trotzdem hab ichs bislang nicht getan. Die bevorstehende Hochzeit ist für mich aber nochmal ein Punkt, mich zu fragen, ob das so bleiben soll, kann, darf...

Dem Grunde nach, würde ich es ihr schon gerne sagen, da wir eine sehr kommunikative Beziehung haben und richtig gut über alle Probleme reden können. Sie ist (bis auf diesen Punkt) meine engste Vertraute.

Dass sie über diese Seite von mir nichts weiß, belastet mich schon, zumal ich mir mittlerweile eingestanden habe, dass meine Lust und Bedürfnis nach homosexueller Nähe nicht verschwinden werden, sondern Teil von mir sind.

Wenn ich mich meiner Freundin gegenüber oute, wäre das für sie mit Sicherheit ein ziemlicher Hammer. Wir haben schon öfters über offene Beziehungen, Fremdgehen etc. geredet und sind dabei auch auf das Thema Bisexualität zu sprechen gekommen. Dabei hat sie gesagt, dass für sie eine offene Beziehung nicht vorstellbar ist; ein Seitensprung ihr schwer zusetzen würde und Bisexualität noch unerträglicher als jeder Seitensprung wäre. Einfach mit dem Hintergrund, dass sie nichts an dieser Situation ändern könnte. Mit meinem outing würde ich sie also direkt in ihren Ängsten treffen.

Ich kann mir aber auch nach einem outing keine Beziehung vorstellen, in der ich mich mit einem anderen Mann treffe, während sie das weiß und allein zu Hause sitzt. Wie verletzend muss das sein???

Da ich fest gewillt bin, den Rest meiner Tage mit ihr zu verbringen, und nicht davon ausgehe, dass ich mich in einen Mann verlieben werde, weiß ich auch nicht, ob es wirklich Sinn macht, darüber zu reden oder ob ich nicht unnötigerweise unsere Beziehung gefährde.

Wenn ich es ihr erzähle, würde dies auch ein outing in meinem gesamten Bekanntenkreis bedeuten. Ich bin mir zwar sicher, dass sich kaum einer schlagartig von mir abwenden würde. Ich würde jedoch für ausreichend Gesprächsstoff sorgen, was mir zutiefst widerstrebt.

Wenn ich mir also die Frage ob ich mich oute beantworten müsste, tendiere ich zu einem klaren NEIN obwohl ich mich moralisch zu einem klaren JA verpflichtet fühle.

Wie seht Ihr die Sache? Für ein paar Ratschläge oder Erfahrungsberichte wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße

Thomas

reden oder schweigen?

fritz bi-muc ⌂ @, München, Mittwoch, 03. August 2005, 17:30 (vor 4437 Tagen) @ Thomas11

lieber thomas,

stell dir mal den umgekehrten fall vor: sie hat dir eine seite ihrer person verheimlicht und ihr lebt jahre zusammen, habt kinder und gemeinsame existenz und du kommst plötzlich drauf: ist das nicht viel härter?

wenn du jetzt schon davon weisst, solltest du ihr schon die chance geben, damit umzugehen, sonst fängt die leiche in deinem keller an, zu stinken: sie macht dich auf dauer unehrlicher und unfreier.

nachdem ihr schon darüber gesprochen habt: greif den faden nochmal auf und lass deine seite etwas mehr zum vorschein kommen, nicht nur als panische frage nach ihrer reaktion, sondern als teil deiner liebe, die deine psyche leben will.

und wenn sie deine fantasien und wünsche noch nicht erträgt, lasst euch noch etwas mehr zeit mit einer festen bindung, sonst baust du dir selber eine falle. wie schwer da rauszukommen ist, kannst du in anderen diskussionen lesen.

lieben gruss, fritz

reden oder schweigen?

Joan, Donnerstag, 04. August 2005, 09:05 (vor 4436 Tagen) @ Thomas11

Hallo Thomas,
ich würde an Deiner Stelle unbedingt mit Deiner Freundin - zukünftigen Frau - reden. Es handelt sich hierbei um einen essentiell wichtigen Anteil der Persönlichkeit. So gesehen kennt Deine Freundin ja quasi nur 50% von Dir. Ich halte sehr wenig von Unehrlichkeit. Ehrlichkeit mag zwar in der akuten Situation ziemlich weh tun, aber eine entdeckte Lüge zerstört vertrauen. Wenn Du mit Deiner Freundin sprichst, zeugt das doch von Vertrauen.
Und gerade die Aussagen Deiner Freundin betreffend, würde ich unbedingt mit ihr reden. Du solltest ihr die Freiheit lassen eine eigene Entscheidung zu treffen, ob sie dennoch mit Dir leben kann und will, oder nicht, und ihr nicht Deine Entscheidung aufzwingen, indem Du schweigst.
Viel Glück und ganz viel Kraft!
Joan

Auf jeden Fall Reden!

Frank (Mod), Donnerstag, 04. August 2005, 09:44 (vor 4436 Tagen) @ Thomas11

Hallo Thomas!

Für mich ist es ein klarer Fall: Rede mit Deiner Freundin!
Mit allem anderen, ob Du nun Angst hast oder nicht, ob Du Bedenken hast oder nicht, machst Du Dir Dein eigenes Leben zur Hölle!!!! Denn Du scheinst keiner zu sein, der mit so einer Lüge leben könnte! Und Eurer Beziehung schadest Du auf lange Sicht auf jeden Fall. Vielleicht bedeutete das dann ne Scheidung wegen totalem Vertrauensbruch, den Du nie wolltest!

Dagegen sind ihre Aussagen bislang nur theoretischer Gestalt! Vielleicht hat sie sich noch nicht lange mit dem Thema Bisexualität auseinandergesetzt. Es war nicht akut vor ihr. Nicht mit Dir. usw. Wenn Du Ihr aber davon erzählst, muss sie sich damit konkret auseinandersetzen. Ihr müsst GEMEINSAM ne Lösung finden, wie Ihr damit umgeht! Und vielleicht ist es dann auf einmal oder jedenfalls mit der Zeit nicht mehr so das Problem! Oder Ihr findet halt einen Kompromiss oder irgendeine Lösung, die für Euch beide akzeptabel ist!

Es gibt viele Dinge, die Du, die Ihr dann machen könnt, wenn sie diese Seite von Anfang an doch nicht so toll findet, wie sie das ja auch schon angedeutet hat: Reden, Reden, Reden. Sie muss Deine Seite verstehen. Wenn sie dahinter blickt und Deine Gefühle nachvollziehen kann, dann ist es leichter, es zu akzeptieren! Außerdem über das Thema informieren. Oder gemeinsam zu ner netten Gruppe gehen (keine Selbsthilfegruppe, sondern einfach ne lustige Bi-Gruppe in Deiner Gegend .... http://www.bine-web.de/gruppen/bigruppen.php, wo man halt andere Bis trifft .... Gedankenaustausch).

Schließ Deine Freundin nicht aus! Schließ sie in Dein Leben mit ein!

Und zu Deinen Freunden: Ich habe es bei 95% meiner Freunde genossen, mich zu outen. Denn es waren meistens sehr positive Reaktion .... nur eine verhaltene Reaktion! Und man ist sich ein Stück näher gekommen, und ich bin lockerer und freier geworden!
Aber eins verstehe ich nicht: Warum weiß es Dein ganzer Bekanntenkreis, nachdem Du es Deiner Freundin erzählst??? Im "Schock" kann es natürlich sein, dass Deine Freundin es spontan der besten Freundin erzählt und halt mit jemand anderen darüber reden "muss"! Aber wird sie es gleich überall rumerzählen? Will sie das überhaupt? Das verstehe ich nicht!

reden oder schweigen?

bine @, Donnerstag, 04. August 2005, 17:49 (vor 4436 Tagen) @ Thomas11

hallo thomas,
möchte als betroffene frau auch meinen senf dazugeben.
tu dir und deiner zukünftigen einen gefallen und sag es ihr!

ich kenne meinen mann seit über 20 jahren (zu dem zeitpunkt hatte er schon eine beziehung zu einem mann), wir sind jetzt über 11 jahre zusammen und fast 10 jahre verheiratet. er hat mir nie etwas davon erzählt, weil es für ihn zu der zeit nicht aktuell war. seit ca. 3 jahren trifft er sich aber mehr oder weniger regelmässig mit anderen männern. erzählt hat er es mir aber erst vor etwa 4 monaten - ich war mir aber auch ohne sein outing schon ziemlich sicher, das hat mir nur noch meine letzte hoffnung "gekillt".
klar, es ist schwer für mich, wenn er geht und ich weiss, dass er sich mit jemandem trifft. sei es nur zum quatschen oder auch für mehr.
aber viel schlimmer finde ich diesen vertrauensbruch und diesen gedanken, dass ich im grunde einen fremden geheiratet habe. wie schon an anderer stelle geschrieben, ich kannte ja nur 50 % von ihm! ich habe natürlich viel nachgedacht aber ich glaube ich hätte mich trotzdem für ihn und die ehe entschieden. aber ich hätte wenigstens eine wahl gehabt! jetzt kann ich es nur noch akzeptieren und mich damit abfinden - gegen eine trennung spricht einfach zu viel. und die 50 % die mir bleiben, will ich ja auch nicht verlieren.
also, gib deiner freundin die chance, drüber nachzudenken, worauf sie sich einlässt. es ist fairer ihr gegenüber. und wenn du ihr klar machen kannst, dass sie die nr. 1 ist und bleibt könnt ihr vielleicht einen gemeinsamen weg finden, der dir freiheiten lässt und ihr nicht allzusehr wehtut.
bine

reden oder schweigen? besser mit Offen Katen spielen !

Volker @, Freitag, 05. August 2005, 10:59 (vor 4435 Tagen) @ Thomas11

Hallo,

ich bin jetzt 27 Jahre alt und seit 3 Jahren mit meiner Freundin (24
Jahre) zusammen. Wir haben die Absicht in naher Zukunft zu heiraten. Da
ich bi bin und sie bislang nichts davon weiß, stellt sich mir jedoch die
Frage, ob ich es ihr erzählen - und ohne diese Leiche in unsere Ehe
starten - oder eher schweigen soll.

Über das dafür brauch ich wohl nicht viel schreiben. Ehrlichkeit und
Vertrauen sollten in keiner Beziehung fehlen. Trotzdem hab ichs bislang
nicht getan. Die bevorstehende Hochzeit ist für mich aber nochmal ein
Punkt, mich zu fragen, ob das so bleiben soll, kann, darf...

Dem Grunde nach, würde ich es ihr schon gerne sagen, da wir eine sehr
kommunikative Beziehung haben und richtig gut über alle Probleme reden
können. Sie ist (bis auf diesen Punkt) meine engste Vertraute.

Dass sie über diese Seite von mir nichts weiß, belastet mich schon, zumal
ich mir mittlerweile eingestanden habe, dass meine Lust und Bedürfnis nach
homosexueller Nähe nicht verschwinden werden, sondern Teil von mir sind.

Wenn ich mich meiner Freundin gegenüber oute, wäre das für sie mit
Sicherheit ein ziemlicher Hammer. Wir haben schon öfters über offene
Beziehungen, Fremdgehen etc. geredet und sind dabei auch auf das Thema
Bisexualität zu sprechen gekommen. Dabei hat sie gesagt, dass für sie eine
offene Beziehung nicht vorstellbar ist; ein Seitensprung ihr schwer
zusetzen würde und Bisexualität noch unerträglicher als jeder Seitensprung
wäre. Einfach mit dem Hintergrund, dass sie nichts an dieser Situation
ändern könnte. Mit meinem outing würde ich sie also direkt in ihren
Ängsten treffen.

Ich kann mir aber auch nach einem outing keine Beziehung vorstellen, in
der ich mich mit einem anderen Mann treffe, während sie das weiß und
allein zu Hause sitzt. Wie verletzend muss das sein???

Da ich fest gewillt bin, den Rest meiner Tage mit ihr zu verbringen, und
nicht davon ausgehe, dass ich mich in einen Mann verlieben werde, weiß ich
auch nicht, ob es wirklich Sinn macht, darüber zu reden oder ob ich nicht
unnötigerweise unsere Beziehung gefährde.

Wenn ich es ihr erzähle, würde dies auch ein outing in meinem gesamten
Bekanntenkreis bedeuten. Ich bin mir zwar sicher, dass sich kaum einer
schlagartig von mir abwenden würde. Ich würde jedoch für ausreichend
Gesprächsstoff sorgen, was mir zutiefst widerstrebt.

Wenn ich mir also die Frage ob ich mich oute beantworten müsste, tendiere
ich zu einem klaren NEIN obwohl ich mich moralisch zu einem klaren JA
verpflichtet fühle.

Wie seht Ihr die Sache? Für ein paar Ratschläge oder Erfahrungsberichte
wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße

Thomas

Hallo Thomas

Ist echt eine schwierige Situation in der du da bist , ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen, ich habe mit meiner zukünftigen Frau ( jetzigen Frau ) ein offenes Gespräch geführt in den wir uns alles gesagt haben, ich habe ihr von meiner Bisexualität erzählt, und habe ihr darauf gesagt das ich diese Neigung eben habe, sie aber die Nummer 1 in mein Leben ist, und sie entscheiden kann ob sie mich immer noch Heiraten möchte oder lieber nicht, und wenn nicht ist es nicht schön aber ich könnte es Verstehen.
Sie sagte darauf das es OK sei das ich Bi bin und es ist ein Teil von mir und sie Liebt mich so wie ich bin ( das war meine Erfahrung mit Outing )
du mußt dir immer vor Augen führen, du bist nicht ein zwei Wochen Bi und du bist nicht sechs Wochen verheiratet sondern wenn alles gut geht bis ins hohe Alter, und was ist wenn du starke sehnsucht nach einen Mann hast, unterdrücken bringt nichts es macht nur Kapputt und zwar Phychisch
Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen obwohl es sehr schwierig ist wenn du magst schreibe mir meine mailadresse hast du ja

Tschüüü
Volker

reden oder schweigen?

Happy @, Freitag, 05. August 2005, 16:33 (vor 4435 Tagen) @ Thomas11

lieber Thomas,

ist ja toll, wenn sich alle einig sind und im grunde mit all ihren weisheiten, was fairness und ehrlichkeit in beziehungen angeht, recht haben.

auf die gefahr hin, gründlich missverstanden zu werden, möchte ich dir einen etwas anderen standpunkt anbieten. mir ist das bisher geschriebene zu einseitig. liebe mitdiskutierende, wo ist dann noch die buntheit unseres regenbogens, wenn man sich immer nur an moralischen vorstellungen der heterowelt orientieren sollte?

ich denke, es ist ganz wichtig, dass du dir klarheit verschaffst, was für dich persönlich am besten ist. wie weit bist du mit deinem coming out? könntest du auf kontakte zu männern verzichten, wenn deine freundin dies als bedingung stellen würde? und du solltest auch noch einmal gründlich über deine freundin nachdenken. so wie du es beschrieben hast, hat sie feste vorstellungen über treue und bisexualität und sie wird sich vielleicht auch nicht ändern können.

ich selbst habe auch mit 27 geheiratet und hatte nicht den mut, meiner frau die wahrheit zu sagen. erst nach 16jähriger ehe habe ich mich geoutet. meine beziehung hat das ausgehalten, trotz der langen zeit, in der ich eben nicht ehrlich und fair war (und mich deswegen auch ganz oft mies gefühlt habe).

dafür rede ich jetzt sehr häufig mit meiner frau über dieses thema (es gibt vieles nachzuholen). und sie hat mir offen gesagt, sie hätte mich verlassen, wenn ich ihr damals die wahrheit gesagt hätte. ehrlichkeit hätte mich damals von der frau getrennt, die ich liebe. und ich hätte keine kinder mit ihr gehabt, was mich sehr traurig machen würde.

manchmal muss eine beziehung erst noch an tiefe gewinnen, bevor sie derartige belastungen überstehen kann.

und wir müssen uns leider häufig zwischen glück und ehrlichkeit entscheiden. vielleicht gehört das zum leben, wenn man bi ist.

ich wünsche dir, dass du den für dich richtigen weg findest.

alles gute

happy

reden oder schweigen?

Joan, Freitag, 05. August 2005, 16:58 (vor 4435 Tagen) @ Happy

auf die gefahr hin, gründlich missverstanden zu werden, möchte ich dir
einen etwas anderen standpunkt anbieten. mir ist das bisher geschriebene
zu einseitig. liebe mitdiskutierende, wo ist dann noch die buntheit
unseres regenbogens, wenn man sich immer nur an moralischen vorstellungen
der heterowelt orientieren sollte?

Wo orientieren sich denn diejenigen, die mit Ehrlichkeit eine offene Beziehung leben an den Wertvorstellungen der Heterowelt?! Die Heterowelt läuft doch so ab, das idR belogen und betrogen wird, die Heterowelt ist bigott. Die Heteros schwören auf Treue, aber mind. 50% der Menschen gehen heimlich fremd.
Meine Eltern leben typische Hetero-Ideale und können es gar nicht verstehen, dass ich a) bi bin und b) mit meinem LG eine offene Beziehung lebe.

Grüße
Joan

reden oder schweigen?

ulla, Freitag, 12. August 2005, 08:23 (vor 4428 Tagen) @ Joan

ich verstehe den sinn deiner mitteilung nicht?? was willst du damit sagen oder einbringen, in wieweit ist das ein erbetener rat....@joan
wenn du mit deinem LG eine super offene Beziehung lebst und aus deinen postings lassen sich nur weitere schöne außenkontakte herauslesen, sowie deine erfolgreiche orientierung am hedonismus, dann muss ich mich schon fragen woher du die zeit nimmst hier soviel zu posten???

zurück zu eigentlichen frage, ich glaube einfach an den einzelfall.....
würde ich nach 16 jahren ehe über die bi sexualität meines mannes stolpern, würde ich für mich an allem erlebten und erfahrenem zweifeln-- an der authenzität--- weil eben so ein wichtiger faktor vorher nie thematisiert wurde..mir wäre lieber ich wüsste im vorab woran ich bin...
ich kann aber auch verstehen, daß manche frauen erst ein zusammenwachsen und miteinander im zusammenleben brauchen.

????????

Wo orientieren sich denn diejenigen, die mit Ehrlichkeit eine offene
Beziehung leben an den Wertvorstellungen der Heterowelt?! Die Heterowelt
läuft doch so ab, das idR belogen und betrogen wird, die Heterowelt ist
bigott. Die Heteros schwören auf Treue, aber mind. 50% der Menschen gehen
heimlich fremd.
Meine Eltern leben typische Hetero-Ideale und können es gar nicht
verstehen, dass ich a) bi bin und b) mit meinem LG eine offene Beziehung
lebe.

Grüße
Joan

reden oder schweigen?

Joan, Donnerstag, 18. August 2005, 18:30 (vor 4422 Tagen) @ ulla

ich verstehe den sinn deiner mitteilung nicht?? was willst du
damit sagen oder einbringen, in wieweit ist das ein erbetener
rat....
@joan

Das, was Du unter Deinem Beitrag von mir zitiert hast, ist kein Rat, damit hast Du Recht. Ich bin auf Happys Posting eingegangen. Ist das in irgendeiner Form verboten, auf Posts anderer Leute einzugehen?

wenn du mit deinem LG eine super offene Beziehung lebst und aus deinen
postings lassen sich nur weitere schöne außenkontakte herauslesen, sowie
deine erfolgreiche orientierung am hedonismus,

Ich finde es sehr interessant, was Du in meine Persönlichkeit hinein interpretierst, und wünsche Dir dabei weiterhin viel Spass.

dann muss ich mich schon
fragen woher du die zeit nimmst hier soviel zu posten???

Weil ich dummer Weise einen Vater habe, der schwerbehindert ist, und den ich zeitweise betreue. Soll vorkommen.

zurück zu eigentlichen frage, ich glaube einfach an den einzelfall.....

Das definitiv. Aber was soll man in so einem Fall denn sonst schreiben?! Man kann ja nur von seinem individuellen Einzelfall und/oder Erfahrungen im Bekanntenkreis sprechen. Die "Beratung suchende Person" muss dann schon selber entscheiden, was für sie richtig ist. Und im Normalfall gehe ich davon aus, dass eine Person, die intelligent genug ist ein Forum zu benutzen, auch über genügend Intelligenz verfügt, um zwischen subjektiven Schilderungen und der eigenen Entscheidung unterscheiden zu können.

würde ich nach 16 jahren ehe über die bi sexualität meines mannes
stolpern, würde ich für mich an allem erlebten und erfahrenem zweifeln--
an der authenzität--- weil eben so ein wichtiger faktor vorher nie
thematisiert wurde..mir wäre lieber ich wüsste im vorab woran ich bin...
ich kann aber auch verstehen, daß manche frauen erst ein zusammenwachsen
und miteinander im zusammenleben brauchen.

Es war Happy, der der Meinung ist, dass eine Beziehung erst noch an Tiefe gewinnen soll, nicht ich. Ich bin dafür, dass man direkt mit offenen Karten spielt. Der junge Mann im OP ist gerade mal 3 Jahre mit seiner Freundin/Verlobten zusammen, keine 16 Jahre.
Ich verstehe nicht ganz, was Du von mir willst. Ich habe genau das geschrieben, was Du selbst über Dich auch sagst: Mir wäre Offenheit und Ehrlichkeit von Anfang an lieber.

Joan

Was hat Untreue mit Regenbogen zu tun????

Frank (Mod), Samstag, 06. August 2005, 13:26 (vor 4434 Tagen) @ Happy

Hi!

auf die gefahr hin, gründlich missverstanden zu werden, möchte ich dir
einen etwas anderen standpunkt anbieten. mir ist das bisher geschriebene
zu einseitig. liebe mitdiskutierende, wo ist dann noch die buntheit
unseres regenbogens, wenn man sich immer nur an moralischen vorstellungen
der heterowelt orientieren sollte?

Nun, also diese Frage ist wirklich sehr missverständlich!!!
Die offenen Beziehungen und der Hang zur Untreue in der Szene sind wohl kein gutes Vorbild, um zu sagen: Lass uns mal offener sein, lass uns mal nicht nur hetero, sondern auch etwas gay sein! Mal abgesehen davon werden sich einige Schwule auch derbst angegriffen fühlen!

Ja, vielleicht missverstehe ich Dich da auch ein wenig. Aber in dieser Hinsicht finde ich Deine Aussage sehr gewagt und zweifelhaft!

Ich mach Dir gar keinen Vorwurf, dass DU Dich damals nicht getraut hast, Dich Deiner Frau zu offenbahren. Aber dann aus ihrem jetzigen Verständnis und ihrer Aussage, dass sie damals die Konsequenzen gezogen hätte, zu ziehen, dass es manchmal besser ist, über Jahre unehrlich zu sein und zu lügen! Ich weiß nicht! Das sehe ich GANZ anders und kann ich nicht so teilen!

Okay, ich muss Dir Recht geben: Die Realität ist manchmal grausam .... und wenn ich sehe, wie sich hier im Norden die Frauen die Männer aussuchen, denke ich manchmal: Was nützen meine tollen Vorstellungen von einer ehrlichen, treuen, ernsthaften Beziehung, wenn ich der einzige bin, der so denkt??? Aber eigentlich hoffe ich immer noch darauf, dass man einen Partner findet, mit dem man einfach ehrlich und offen umgehen kann. Das ist die Basis einer jeden funktionierenden Beziehung! Jedenfalls in meinen Augen. Natürlich muss da ne Portion Toleranz dazukommen. Denn wer gleich die Konsequenzen zieht, dem scheint die andere Person auch nicht viel wert zu sein!!! :(

Aber nix für ungut .... das war jetzt ja kein Angriff auf Dich, sondern nur ein weiterer Baustein in der Diskussion! :)

reden oder schweigen?

Monika, Freitag, 12. August 2005, 10:52 (vor 4428 Tagen) @ Happy

wo ist dann noch die buntheit
unseres regenbogens, wenn man sich immer nur an moralischen vorstellungen
der heterowelt orientieren sollte?

Na, wenn Fremdgehen Buntheit bedeutet, dann ist die Heterowelt doch eh auch sehr bunt.


ich denke, es ist ganz wichtig, dass du dir klarheit verschaffst, was für
dich persönlich am besten ist. ... und du solltest auch noch einmal gründlich
über deine freundin nachdenken. so wie du es beschrieben hast, hat sie
feste vorstellungen über treue und bisexualität und sie wird sich
vielleicht auch nicht ändern können.

Wenn du vorhast, dich lebenslang zu binden (ist das nicht auch ein moralischer Anspruch der Heteros??), solltest du nicht nur darüber nachdenken, was für dich persönlich am besten ist, weil da nämlich noch jemand zweiter dranhängt. Also wäre es wohl angebracht, auch daran zu denken was für deine Freundin am besten ist. Das kann sie aber nur selbst beantworten und zwar nur, wenn du ihr die Möglichkeit einer Entscheidung einzuräumen.

ich selbst habe auch mit 27 geheiratet und hatte nicht den mut, meiner
frau die wahrheit zu sagen. erst nach 16jähriger ehe habe ich mich
geoutet. meine beziehung hat das ausgehalten, trotz der langen zeit, in
der ich eben nicht ehrlich und fair war (und mich deswegen auch ganz oft
mies gefühlt habe).

Und wie ist es deiner Frau gegangen?? Hat sie sich wohl gefühlt, als es dir ganz oft mies ging, und sie nicht wissen konnte warum??


dafür rede ich jetzt sehr häufig mit meiner frau über dieses thema (es
gibt vieles nachzuholen). und sie hat mir offen gesagt, sie hätte mich
verlassen, wenn ich ihr damals die wahrheit gesagt hätte.

Ich hätte, ich wäre ... das kann ja wohl auch deine Frau nicht 100%ig beantworten, weil ihr "hätte/wäre" beruht ja auf ihrem heutigen Wissen. Und ihr Wissen beinhaltet eben 16 Jahre Lüge, 16 Jahre neben einem Mann leben, dem es immer wieder mies geht, ohne zu wissen warum.

ehrlichkeit

hätte mich damals von der frau getrennt, die ich liebe. und ich hätte
keine kinder mit ihr gehabt, was mich sehr traurig machen würde.

Ja, und deine Frau hätte vielleicht mit jemand anderen ihre Kinder bekommen, was sie vielleicht weniger traurig gemacht hätte.
Und du hättest dir vielleicht die Mühe machen müssen, eine Frau zu suchen, die bereit ist sich für Kinder und "erlaubtes Fremdgehen" (selbstverständlich, weil bi???) zu entscheiden.
Vielleicht hättest du dann ja auch auf Kinder verzichten müssen, weil du so eine Frau nicht gefunden hättest.
Oder du hättest aufs Fremdgehen verzichten müssen, weil dir eigene Kinder haben so wichtig geworden wäre.


manchmal muss eine beziehung erst noch an tiefe gewinnen, bevor sie
derartige belastungen überstehen kann.

Na, da würde ich aber gerne einmal mit deiner Frau reden, ob sie sich nicht trennt, weil ihr so eine innige und tiefe Beziehung habt, oder ob da nicht andere Gründe dahinter stecken.


und wir müssen uns leider häufig zwischen glück und ehrlichkeit
entscheiden. vielleicht gehört das zum leben, wenn man bi ist.

Nein, das ärgert mich jetzt wirklich. Wenn ich mich für Ehrlichkeit entscheide, entscheide ich mich gegen Unehrlichkeit und nicht gegen Glück. Man muss es halt dann nur wo anders suchen.


ich wünsche dir, dass du den für dich richtigen weg findest.

Ich wünsche dir, dass du den für EUCH richtigen Weg findest (auch wenn es vielleicht getrennte Wege bedeutet.)


alles gute

auch von mir
Monika

reden oder schweigen?

Maryse, Samstag, 13. August 2005, 07:52 (vor 4427 Tagen) @ Monika

@monika-- erst mal danke, du sprichst mir ziemlich aus meinem erleben, ob hetero-bi oder lesbisch, ich mag von meiner wertevorstellung meine bisensualität nicht dazu benutzen, meine erotik auf kosten eines anderen oder zweier anderen auszuleben. und du drückst/ triffst es für mich ziemlich genau auf, wenn ich mich beziehen möchte, heisst das auch rücksicht und wert AUF die reflektierenden Emotionen meines Partners oder Partnerin zu nehmen
ich möchte gerne für mich entscheidungsmöglichkeiten haben, und deshalb ist es nur recht und billig diese auch dem oder der sich beziehenden einzuräumen.
ich kenne das gefühl mich defizitär zu fühlen, traurig, zurückgesetzt und am einsamsten , wenn er doch bei mir saß, weil mein partner mir spezielle vorlieben nie mitgeteilt hat und ich kein warum kannte. und mir die antwort drauf auch immer mit einem "du spinnst dir da was aus verweigert wurde" . Ich denke auch , daß sich auf Unehrlichkeit sei es für 3 ,16 oder wie bei mir 20 jahre keine wirkliches glück aufbauen lässt, weil man durch eine grosse lüge oder ewiges schweigen, an seinem verstand zu zweifeln beginnt und retrospektiv alles in frage stellen muss dadurch.
ganz offen und ohne unehrlichkeit, es lebt sich in der bisexuellen welt viel kommoder wärmer und heimeliger mit einem lebensabschnittgefährten, weil man geliebt werden muss um ausziehen zu können um sich zu verlieben-- vielleicht sind viele deshalb so wild drauf auch mit unehrlichkeit in einer deuerbeziehung zu verbleiben.........
na 16 jahren ist umgekehrt manch ein mensch zu sehr vielen kompromissen bereit, aus finanzieller, familiärer abhängigkeit oder weil er verlernt hat zu gehen--- und auch da stimme ich monika zu, mir wäre sehr wichtig zu wissen, wieso bleibt die frau bei mir...
es hat uns niemand versprochen das leben wäre nur leicht und ein tanz kann ich nur sagen...
trotzdem ein schönes verlängertes wochenende
maryse

reden oder schweigen?

Joan, Donnerstag, 18. August 2005, 19:04 (vor 4422 Tagen) @ Maryse

ganz offen und ohne unehrlichkeit, es lebt sich in der bisexuellen welt
viel kommoder wärmer und heimeliger mit einem lebensabschnittgefährten,
weil man geliebt werden muss um ausziehen zu können um sich zu verlieben--
vielleicht sind viele deshalb so wild drauf auch mit unehrlichkeit in
einer deuerbeziehung zu verbleiben.........

Ja und nein. Ich habe gerade durch die "offene Beziehung" auch gelernt wieder alleine leben zu können. Ich fühle mich ganz, vollständig und komplett, so wie ich bin - bisexuell. Und dieses Gefühl macht es aus, dass ich mich selbst lieben kann. Und diese Selbst-Liebe ist m.E. Basis dafür, unabhängig in Abhängigkeit zu leben - oder so. ;-) Ich kann mich jetzt wesentlich freier und selbstverständlicher auf "Abhängigkeiten" einlassen, mit dem Gefühl, dass ich mir selbst genügend Rückgrat geben kann.
Für keine Beziehung gibt es eine Garantie, egal ob jetzt hetero oder homo, wilde Ehe oder richtige Ehe, Beziehungen können nunmal zerbrechen, auch nach Jahren und Jahrzehnten. Und diese Sicherheit, dass ich auch mit mir alleine sein kann, weil ich mich liebe, ist für mich die Basis nach "außen" gehen und geben zu können.

es hat uns niemand versprochen das leben wäre nur leicht und ein tanz kann
ich nur sagen...

Wenn das Leben leicht und ein Tanz wäre, dann würden wir ja jetzt schon im Paradies, Nirvana.... leben. ;-)

trotzdem ein schönes verlängertes wochenende

Was für ein verlängertes Wochenende meint denn der Österreicher? Wir haben am Montag in Wien vielleicht dumm geguckt, weil wir vor verschlossene Läden standen. :-P

Grüße
Joan

reden oder schweigen?

Don Q, Freitag, 12. August 2005, 18:52 (vor 4428 Tagen) @ Happy

auf die gefahr hin, gründlich missverstanden zu werden, möchte ich dir
einen etwas anderen standpunkt anbieten. mir ist das bisher geschriebene
zu einseitig. liebe mitdiskutierende, wo ist dann noch die buntheit
unseres regenbogens, wenn man sich immer nur an moralischen vorstellungen
der heterowelt orientieren sollte?

Bi bedeutet nicht automatisch polygam und das hat meiner Meinung nach auch wenig mit den moralischen Vorstellungen der Heterowelt zu tun, abgesehen davon das ich einige Heterosexuelle kenne, die alles andere als monogam leben.

reden oder schweigen?

siggi, Samstag, 06. August 2005, 06:14 (vor 4435 Tagen) @ Thomas11

eigentlich hast du die frage ja schon beantwortet mit den sätzen:

Ich kann mir aber auch nach einem outing keine Beziehung vorstellen, in
der ich mich mit einem anderen Mann treffe, während sie das weiß und
allein zu Hause sitzt. Wie verletzend muss das sein???
Da ich fest gewillt bin, den Rest meiner Tage mit ihr zu verbringen, und
nicht davon ausgehe, dass ich mich in einen Mann verlieben werde, weiß ich
auch nicht, ob es wirklich Sinn macht, darüber zu reden oder ob ich nicht
unnötigerweise unsere Beziehung gefährde.

outen und vielleicht damit die anfangende beziehung beenden?........oder schweigen und später an dem fehlenden vertrauen zu scheitern? einen erfolgsversprechenden rat wird dir niemand geben können, da jede situation individuell ist und es nie ein patentrezept gibt. was ich dir raten könnte: höre in dich rein,was dir wichtig ist und entscheide dann aus dem gefühl heraus. aber dann geh diesen weg ohne umwege (ausnahmen natürlich die kompromisse die zu jeder partnerschaft gehören). alles andere wird daneben gehen. das ist jedenfalls meine erfahrung.
seit ich wieder in mich reinhorche und danach meine entscheidungen treffe, geht es gesundheitlich wieder langsam bergauf, denn ich gehe nur noch kompromisse ein, mit denen ich leben kann. einseitige absprachen (auch wenn sie aus liebe zum partner zurück gestellt werden) sind irgendwann mal der nährboden für streitigkeiten.
gruß siggi

reden oder schweigen?

steve @, MUC, Donnerstag, 11. August 2005, 16:31 (vor 4429 Tagen) @ Thomas11

Hallo Thomas,

ich war vor einem guten jahr in der gleichen situation.

wir hatten eine sechs-jährige beziehung hinter uns und dann stand die frage nach heiraten und kindern im haus.

ich hatte in der zwischenzeit mal eine erfahrung in einem swingerclub, in dem ich mich mit einem mann vergnügt hatte und das ein riesen stein bei mir ins rollen gebracht hatte. ich wusste, dass ich diese bi-neigung hatte und die war und ist bis heute bestandteil von mir.

ich habe es ihr gesagt, weil ich sie liebte und desewegen die ehrlichkeit an dieser stelle über die sorge meines eigenen wohlergehens stellen musste. mir war klar, dass es das ende bedeuten könnte und im endeffekt war es auch so. da ich sie aber geliebt habe und bis heute noch liebe, musste ich ihr die wahrheit sagen, da ich es nicht ertragen hätte, sie zu belügen und schon gar nicht, dass sie ihr ganzes leben auf einer lüge aufsetzt und später mit haus, kindern und so vor vollendete tatsachen gestellt wird. es wäre einfach nicht fair und letzten endes auch feige, ihr dieses nicht zu sagen ... wenn sie dich wirklich liebt, werdet ihr einen weg finden ... ansonsten musst du und letzten endes aus sie sich eigenstehen, dass die beziehung nicht 100%-ig auf liebe aufgesetzt hat ...

kurz: sag es ihr. sie hat es verdient.

drücke dir die daumen!

gruß.
steve.

p.s.: ich habe es nie bereut es ihr zu sagen!

Hallo,

ich bin jetzt 27 Jahre alt und seit 3 Jahren mit meiner Freundin (24
Jahre) zusammen. Wir haben die Absicht in naher Zukunft zu heiraten. Da
ich bi bin und sie bislang nichts davon weiß, stellt sich mir jedoch die
Frage, ob ich es ihr erzählen - und ohne diese Leiche in unsere Ehe
starten - oder eher schweigen soll.

Über das dafür brauch ich wohl nicht viel schreiben. Ehrlichkeit und
Vertrauen sollten in keiner Beziehung fehlen. Trotzdem hab ichs bislang
nicht getan. Die bevorstehende Hochzeit ist für mich aber nochmal ein
Punkt, mich zu fragen, ob das so bleiben soll, kann, darf...

Dem Grunde nach, würde ich es ihr schon gerne sagen, da wir eine sehr
kommunikative Beziehung haben und richtig gut über alle Probleme reden
können. Sie ist (bis auf diesen Punkt) meine engste Vertraute.

Dass sie über diese Seite von mir nichts weiß, belastet mich schon, zumal
ich mir mittlerweile eingestanden habe, dass meine Lust und Bedürfnis nach
homosexueller Nähe nicht verschwinden werden, sondern Teil von mir sind.

Wenn ich mich meiner Freundin gegenüber oute, wäre das für sie mit
Sicherheit ein ziemlicher Hammer. Wir haben schon öfters über offene
Beziehungen, Fremdgehen etc. geredet und sind dabei auch auf das Thema
Bisexualität zu sprechen gekommen. Dabei hat sie gesagt, dass für sie eine
offene Beziehung nicht vorstellbar ist; ein Seitensprung ihr schwer
zusetzen würde und Bisexualität noch unerträglicher als jeder Seitensprung
wäre. Einfach mit dem Hintergrund, dass sie nichts an dieser Situation
ändern könnte. Mit meinem outing würde ich sie also direkt in ihren
Ängsten treffen.

Ich kann mir aber auch nach einem outing keine Beziehung vorstellen, in
der ich mich mit einem anderen Mann treffe, während sie das weiß und
allein zu Hause sitzt. Wie verletzend muss das sein???

Da ich fest gewillt bin, den Rest meiner Tage mit ihr zu verbringen, und
nicht davon ausgehe, dass ich mich in einen Mann verlieben werde, weiß ich
auch nicht, ob es wirklich Sinn macht, darüber zu reden oder ob ich nicht
unnötigerweise unsere Beziehung gefährde.

Wenn ich es ihr erzähle, würde dies auch ein outing in meinem gesamten
Bekanntenkreis bedeuten. Ich bin mir zwar sicher, dass sich kaum einer
schlagartig von mir abwenden würde. Ich würde jedoch für ausreichend
Gesprächsstoff sorgen, was mir zutiefst widerstrebt.

Wenn ich mir also die Frage ob ich mich oute beantworten müsste, tendiere
ich zu einem klaren NEIN obwohl ich mich moralisch zu einem klaren JA
verpflichtet fühle.

Wie seht Ihr die Sache? Für ein paar Ratschläge oder Erfahrungsberichte
wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüße

Thomas

reden oder schweigen?

Monika, Freitag, 12. August 2005, 11:24 (vor 4428 Tagen) @ steve

ich habe es ihr gesagt, weil ich sie liebte und desewegen die ehrlichkeit
an dieser stelle über die sorge meines eigenen wohlergehens stellen
musste.


Dazu fällt mir noch was ein. War das nicht die Geschichte vom weisen Salomon, der die wahre Mutter daran erkannte, dass sie bereit war aus Liebe zu ihrem Kind, auf ihr Kind zu verzichten, statt es durchtrennen zu lassen ...???
Liebe hat vielleicht doch (auch) mit Verzicht dem anderen zu liebe, zu tun?

reden oder schweigen?

Happy @, Montag, 15. August 2005, 06:38 (vor 4426 Tagen) @ Monika

ich habe es ihr gesagt, weil ich sie liebte und desewegen die

ehrlichkeit

an dieser stelle über die sorge meines eigenen wohlergehens stellen
musste.

Dazu fällt mir noch was ein. War das nicht die Geschichte vom weisen
Salomon, der die wahre Mutter daran erkannte, dass sie bereit war aus
Liebe zu ihrem Kind, auf ihr Kind zu verzichten, statt es durchtrennen zu
lassen ...???
Liebe hat vielleicht doch (auch) mit Verzicht dem anderen zu liebe, zu
tun?


also jetzt wird es ja ziemlich heftig.

das was ich geschrieben habe, war für manche von euch (ich habe es ja vorhergesehen) nicht zu verstehen. manchmal kann ein bischen provokation auch nicht schaden.

aber jetzt auch noch mit religion anzufangen, halte ich für unangebracht. für mich klingt das wie antrainiert und auswendig gelernt. und vor allem selbstgefällig.

wie schön und wie einfach, dass es dieses eine buch gibt in dem drinsteht, wie es immer war und wie es sein soll, weil es göttlich so festgelegt ist. leider kommen schwule, lesben und bisexuellle da nicht vor - naja, pech gehabt.

wenn du einen hetero-partner liebst, musst du eben auch hetero werden - wow.

was ist eigentlich liebe? mit ausnahme von siggi scheint ihr euch alle einig zu sein: das ist etwas ganz großes, romantisch überhöhtes, bei dem man sich dem partner öffnet, ihm alles sagt und alles über ihn weiß und quasi mit ihm verschmilzt.

wie langweilig und wie unerreichbar: warum sollte mich ein partner noch interessieren, wenn ich alles über ihn weiß, er sozusagen teil meiner persönlichkeit ist. und wie sollte man das aushalten können? manchmal kann man ja schon an dem eigenen gefühlswirrwar verzweifeln.

was ich schreibe, ist natürlich ebenso einseitig und provozierend. aber schaut euch mal die kontaktanzeigen hier bei bine an: ganz viele schreiben, dass sie nicht geoutet sind. es ist einfach die realität, auch wenn es anders besser wäre. eure hohen morlischen ansprüche werden diesen menschen allerdings kaum weiterhelfen können.

Happy

reden oder schweigen?

Monika, Montag, 15. August 2005, 14:10 (vor 4425 Tagen) @ Happy

manchmal kann ein bischen provokation
auch nicht schaden.

Eben!


aber jetzt auch noch mit religion anzufangen, halte ich für unangebracht.
für mich klingt das wie antrainiert und auswendig gelernt. und vor allem
selbstgefällig.
wie schön und wie einfach, dass es dieses eine buch gibt in dem drinsteht,
wie es immer war und wie es sein soll, weil es göttlich so festgelegt ist.
leider kommen schwule, lesben und bisexuellle da nicht vor - naja, pech
gehabt.

Also, ich habe mit Religion nicht viel am Hut und wenn ich was von der Bibel weiß, dann dass sie mit Methapern arbeitet, und genauso wollte ich meinen Beitrag verstanden wissen.
Mit Selbstgefälligkeit hat das wenig zu tun. Selbstgefällig finde ich vielmehr die von mir kritisiert Einstellung "Weil ich bi bin, muss/darf ich fremdgehen."


wenn du einen hetero-partner liebst, musst du eben auch hetero werden -
wow.

wow, und wenn du einen bi-partner liebst, musst du eben auch bi werden??


was ist eigentlich liebe? mit ausnahme von siggi scheint ihr euch alle
einig zu sein: das ist etwas ganz großes, romantisch überhöhtes, bei dem
man sich dem partner öffnet, ihm alles sagt und alles über ihn weiß und
quasi mit ihm verschmilzt.
wie langweilig und wie unerreichbar: warum sollte mich ein partner noch
interessieren, wenn ich alles über ihn weiß, er sozusagen teil meiner
persönlichkeit ist. und wie sollte man das aushalten können? manchmal kann
man ja schon an dem eigenen gefühlswirrwar verzweifeln.

Jede/r definiert wohl Liebe etwas anders. Für mich hat Liebe z.B. wenig mit Romantik zu tun, bestenfalls in der Anfangszeit (würde ich dann aber auch eher als Verliebtheit bezeichnen).
Ehrlichkeit und Vertrauen finde ich da aber schon als zwei wesentliche Punkte. Und über jemanden etwas wissen, heißt doch nicht, dass er Teil meiner Persönlichkeit ist. Und wenn sich mein Partner mit öffnet, heißt das nicht, dass ich mit ihm verschmelzen muss. Und immer alles sagen, halte ich auch für eher gefährlich. Aber wesentliche Dinge (und dazu gehört die sex. Orientierung in einer Beziehung für mich sehr wohl), sollte man schon offen besprechen. Eher geht es für mich darum, den anderen mit all seinen Fehlern und Macken zu akzeptieren (wenn ich das kann/will). Wie ist er, wo steht er, wohin geht er, wie entwickelt er sich weiter (oder auch nicht) und was läuft da bei mir? Aber vielleicht haben gerade vor der fehlenden Akzeptanz (inkl. Konsequenzen) viele Angst.
Langweilig finde ich das jedenfalls nicht, eher spannend.

(... Kontaktanzeigen...) es ist einfach die realität, auch
wenn es anders besser wäre. eure hohen morlischen ansprüche werden diesen
menschen allerdings kaum weiterhelfen können.

Na, wie praktisch, dass es diese Kontaktanzeigen gibt, in denen drinsteht, wie es immer war und wie es immer sein soll... Für mich geht es nicht um Moral sondern darum, dass ich Menschen, von denen ich behaupte, sie zu lieben, nicht ständig verletze.
Weiterhelfen?? Das kann nur jede/r für sich. Die hier geäußerten Meinungen sind doch nur Denkanstöße und Diskussionspunkte. Und manchmal frage ich mich, ob diese Wichtigkeit der sex. Orientierung nicht ein gutes Stück mit einer ziemlichen Abhängigkeit von den Normen zusammenhängt.
Ich habe es - zugegebenermaßen aufgrund meiner Herkunftsfamilie - sehr leicht gehabt, mich nicht in eine Schublade zwängen zu lassen, das Thema hat mich - bis vor kurzem - nie besonders beschäftigt. Und ich glaube nicht, dass es daran liegt, dass ich immer besonders "tolerante" PartnerInnen hatte, sondern dass ich immer klar gemacht habe, dass bi für mich nicht mit (erlaubter oder unerlaubter) Untreue zu tun hat. Ich jedenfalls kenne nur Paare, bei denen die Probleme mit der Untreue - und nicht mit dem Bi-sein an sich - begonnen haben.


lg
Monika

reden oder schweigen?

Joan, Donnerstag, 18. August 2005, 19:18 (vor 4422 Tagen) @ Monika

was ist eigentlich liebe?

Jede/r definiert wohl Liebe etwas anders. Für mich hat Liebe z.B. wenig
mit Romantik zu tun, bestenfalls in der Anfangszeit (würde ich dann aber
auch eher als Verliebtheit bezeichnen).
Ehrlichkeit und Vertrauen finde ich da aber schon als zwei wesentliche
Punkte. Und über jemanden etwas wissen, heißt doch nicht, dass er Teil
meiner Persönlichkeit ist. Und wenn sich mein Partner mit öffnet, heißt
das nicht, dass ich mit ihm verschmelzen muss. Und immer alles sagen,
halte ich auch für eher gefährlich. Aber wesentliche Dinge (und dazu
gehört die sex. Orientierung in einer Beziehung für mich sehr wohl),
sollte man schon offen besprechen. Eher geht es für mich darum, den
anderen mit all seinen Fehlern und Macken zu akzeptieren (wenn ich das
kann/will). Wie ist er, wo steht er, wohin geht er, wie entwickelt er sich
weiter (oder auch nicht) und was läuft da bei mir? Aber vielleicht haben
gerade vor der fehlenden Akzeptanz (inkl. Konsequenzen) viele Angst.
Langweilig finde ich das jedenfalls nicht, eher spannend.

Ich habe ebenfall kaum ein romantisches Liebesbild in meinem Kopf. Ansonsten wäre ich kaum mit meinem LG zusammen. Mein LG und ich haben uns erst "gehasst", waren auf einander eifersüchtig wegen einer gemeinsamen Freundin. Aufgrund dieser gemeinsamen Freundin haben wir uns 6 Monate sporadisch gesehen und besser kennengelernt. Wir kamen gut miteinander aus - mehr nicht. Aus "Verzweiflung" sind wir dann zusammengekommen. ;-) Mein Schwarm und sein Objekt der Begierde sind zusammengekommen, wir haben also eher "einander getröstet". Das war jetzt vor bald 9 Jahren. ;-)
Ich sehe Freundschaft als eine wichtige Basis für eine Beziehung. Gerade neulich habe ich erst in einer "Frauenzeitschrift" gelesen, dass der Unterschied zwischen Beziehung und Freundschaft sei, dass man sich gnadenlos die Meinung geigen kann - in einer Freundschaft - ohne danach aufeinander wirklich böse zu sein. Dieses Wissen, diese "Sicherheit" finde ich toll: Ich kann meine Meinung sagen und werde trotzdem geliebt.
Ich denke das trifft auch ziemlich das, was Monika als "all seine Fehler und Macken akzeptieren" bezeichnet. Und auch in dem Punkt, dass ein grundlegendes Interesse an einander und an der jeweiligen Entwicklung vorhanden sein muss, finde ich besonders wichtig. Ich bin gerade wieder ein wenig "kriselig", weil mein LG mit einer anderen Frau über Dinge philosophiert, über die er mit mir nie philosophiert hat. Wir finden es allerdings beide sehr spannend jetzt herauszuarbeiten, woher dieses "Defizit" kommt, an diesem Punkt anzuknüpfen, Beziehungsmuster zu ergründen, einander immer und immer wieder aufs neue zu entdecken. Nur, dass man sich alles sagt, heißt noch lange nicht, dass man auch alles übereinander weiß. ;-)

Grüße
Joan

reden oder schweigen?

Chwis @, Donnerstag, 01. September 2005, 13:10 (vor 4408 Tagen) @ steve

Hallo Thomas,

bist Du inzwischen weiter gekommen?

Steve hat recht. Deine Freundin hat es verdient die Wahrheit zu erfahren.

Als ich meine Frau kennen gelernt habe, habe ich Ihr erzählt, dass ich Bi bin. Leider haben wir nicht mehr darüber gesprochen: was es bedeutet? was wäre wenn ich meine Bi-Neigung ausleben wollte? Spielregeln usw.? Meine Frau war zu naive und ich zu feige das Thema anzupacken.

Ich habe ohne Erfolg versucht meine Bi-Neigung zu unterdrücken. Ich habe meine Bi-Neigung versteckt und die heimlich in Parkplätze, Toiletten und Kinos ausgesucht. Leider passiert sowas häufiger als man denkt. Unser Sexleben wurde dadurch nicht gefährdet aber ich war auch nicht 100% glücklich da ich von Schuldgefühl gefolgt wurde. Eines Tages hatte ich ein Verdacht, dass ich mich mit etwas infiziert habe. Im Panik habe ich alles meine Frau gebeichtet. Gott-sei-Dank Fehlalarm... aber der Vertrauensbruch war da. Meine Frau kamm damit nicht zu recht; ich habe dadurch zwei Leute unglücklich gemacht.

Jetzt folgt eine Scheidung. Glück im Unglück: 1) wir haben keine Kinder; 2) meine Frau hat sich fair mir gegenüber verhalten wegen Unterhaltsanforderungen; 3) wir beide sind ohne Krankheiten raus gekommen.

Ich leibe und vermisse meine Frau immer noch aber ich weiss, dass ich das Richtige getan habe... bevor es mehr kompliziert geworden ist.

Viel Glück.

Chris

Hallo Thomas,

ich war vor einem guten jahr in der gleichen situation.

wir hatten eine sechs-jährige beziehung hinter uns und dann stand die
frage nach heiraten und kindern im haus.

ich hatte in der zwischenzeit mal eine erfahrung in einem swingerclub, in
dem ich mich mit einem mann vergnügt hatte und das ein riesen stein bei
mir ins rollen gebracht hatte. ich wusste, dass ich diese bi-neigung hatte
und die war und ist bis heute bestandteil von mir.

ich habe es ihr gesagt, weil ich sie liebte und desewegen die ehrlichkeit
an dieser stelle über die sorge meines eigenen wohlergehens stellen
musste. mir war klar, dass es das ende bedeuten könnte und im endeffekt
war es auch so. da ich sie aber geliebt habe und bis heute noch liebe,
musste ich ihr die wahrheit sagen, da ich es nicht ertragen hätte, sie zu
belügen und schon gar nicht, dass sie ihr ganzes leben auf einer lüge
aufsetzt und später mit haus, kindern und so vor vollendete tatsachen
gestellt wird. es wäre einfach nicht fair und letzten endes auch feige,
ihr dieses nicht zu sagen ... wenn sie dich wirklich liebt, werdet ihr
einen weg finden ... ansonsten musst du und letzten endes aus sie sich
eigenstehen, dass die beziehung nicht 100%-ig auf liebe aufgesetzt hat ...


kurz: sag es ihr. sie hat es verdient.

drücke dir die daumen!

gruß.
steve.

p.s.: ich habe es nie bereut es ihr zu sagen!

reden oder schweigen?

Almdudler, Freitag, 02. September 2005, 09:11 (vor 4407 Tagen) @ Chwis

Hallo Leute,

zuerst einmal möchte ich Euch alle begrüssen. Ich finde es toll, ein Forum zu diesem Thema gefunden zu haben.

Nun zur aktuellen Diskussion:

Chris, bist Du sicher, dass Deine Frau nicht vielleicht deshalb so reagiert hat, weil es überhaupt zu einem Vertrauensbruch gekommen ist? Möglicherweise hätte sie genauso reagiert, wenn es zu einem Seitensprung mit einer anderen Frau gekommen wäre.

Das Thema Beziehung und Treue ist für mich ganz Wesentlich. Ich liebe meine Lebensgefährtin. Das Problem ist, dass sie mir nicht alles geben kann, wonach ich mich sehne. Daher lebe ich den anderen Teil meines Sexuallebens nicht aus (oder höchstens in Phantasien).

Möglicherweise ist es für Bi-Menschen generell schwieriger, zu einem Partner zu stehen. Allerdings muss ich mich entscheiden, ob mir die Beziehung zu meinem Partner wichtiger ist als meine Neigung oder nicht.

Die Frage "reden oder nicht" kann jeder nur für sich selbst beantworten. Einerseits hat es der Partner verdient, dass er/sie die Wahrheit erkennt, andererseits stellt sich auch die Frage ob und was es bringt. Meine Lebensgefährtin weiss nichts von meiner Neigung, wir sind seit 3 1/2 Jahren zusammen. Da ich es nicht auslebe,und auch nicht vorhabe, es zu tun, werde ich ihr nichts sagen. Ob sie es verstehen oder einsehen würde? Schwer zu sagen, homophob im eigentlichen Sinn ist sie nicht, bei gewissen Anspielungen hat sie allerdings mit typischen Witzchen reagiert ("soll ich aufhören, mir die Beine zu rasieren?"). Mein Eingeständnis wäre für sie eine Ohrfeige - eben auch deshalb, weil sie sich bewusst wird, dass sie ein Verlangen nicht stillen kann. Das ist aber für sie eines der Hauptprobleme, und das würde unsere Beziehung ein wenig vergiften.

Sollte ich es einmal nicht mehr aushalten, und meiner Neigung nachgeben, muss ich eben die Konsequenzen ziehen. Es ist nicht leicht, diese Balance zu halten, aber meiner Freundin zuliebe werde ich an dieser Situation vorerst nichts ändern.

LG - Almdudler

Hallo Thomas,

bist Du inzwischen weiter gekommen?

Steve hat recht. Deine Freundin hat es verdient die Wahrheit zu
erfahren.

Als ich meine Frau kennen gelernt habe, habe ich Ihr erzählt, dass ich Bi
bin. Leider haben wir nicht mehr darüber gesprochen: was es bedeutet?
was wäre wenn ich meine Bi-Neigung ausleben wollte? Spielregeln usw.?
Meine Frau war zu naive und ich zu feige das Thema anzupacken.

Ich habe ohne Erfolg versucht meine Bi-Neigung zu unterdrücken. Ich habe
meine Bi-Neigung versteckt und die heimlich in Parkplätze, Toiletten und
Kinos ausgesucht. Leider passiert sowas häufiger als man denkt. Unser
Sexleben wurde dadurch nicht gefährdet aber ich war auch nicht 100%
glücklich da ich von Schuldgefühl gefolgt wurde. Eines Tages hatte ich
ein Verdacht, dass ich mich mit etwas infiziert habe. Im Panik habe ich
alles meine Frau gebeichtet. Gott-sei-Dank Fehlalarm... aber der
Vertrauensbruch war da. Meine Frau kamm damit nicht zu recht; ich habe
dadurch zwei Leute unglücklich gemacht.

Jetzt folgt eine Scheidung. Glück im Unglück: 1) wir haben keine Kinder;
2) meine Frau hat sich fair mir gegenüber verhalten wegen
Unterhaltsanforderungen; 3) wir beide sind ohne Krankheiten raus
gekommen.

Ich leibe und vermisse meine Frau immer noch aber ich weiss, dass ich das
Richtige getan habe... bevor es mehr kompliziert geworden ist.

Viel Glück.

Chris

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