Warum Comin-out? (Coming Out)

Manuel, Samstag, 06. August 2005, 18:42 (vor 4431 Tagen)

Wie soll man sich outen wenn man seine Bisexualität als normal empfindet und die Monosexualität als "langweilig"?

Wirklich nur in der Hoffnung das man der/die PartnerIn begegnet?
So was ergibt sich doch!

Wenn man jemanden vom anderen Geschlecht trifft, posaunt man dann heraus das man sie/ihn umwerfend findet und im Bett oder vorm Traualtar landen will?

Oder flirtet man um herauszufinden ob mehr als Freundschaft draus wird indem man Schritt für Schritt vorangeht?

Geht man so auch nicht beim gleichen Geschlecht vor wenn man jemandem toll findet? In dem Moment stößt man den meisten vorm Kopf.

Ich laß die Menschen von allein drauf kommen, dann haben sie meist eine andere Auffassung davon. Meist auch ein schlechtes Gewissen, weil sie durch die Frage mehr erfahren haben als sie jemals wissen wollten.

So denke ich.

Warum Comin-out?

maryse, Freitag, 12. August 2005, 08:07 (vor 4426 Tagen) @ Manuel

»macht sinn was du schreibst, oft ist es ja auch ein andere menschen mit einem "ich bin ja sooo wichtig und toll" zukleistern, wenn man sich outet, vorallem machens ja viele ohne überhaupt danach gefragt zu werden...
ich stehe zu mir und dem wie ich bin, aber ich erzähl nicht jedem meine speziellen vorlieben betreffs essen und literatur und kultur und allgemeiner erotik... und da hats du recht in den bereich gehört auch das bi sein....

Warum Comin-out?

Don Q, Freitag, 12. August 2005, 18:49 (vor 4425 Tagen) @ maryse

Es ergibt sich meist der richtige Zeitpunkt darüber zu reden ohne das man jeden Bekannten und Kollegen erzählt, das man bi ist. In meinen Bekanntenkreis wissen es nur sehr wenige Menschen und mehr geht dies auch nichts an. Ich stimme da euch beiden voll und ganz zu.

Coming-out und outing

Peter, Montag, 05. Dezember 2005, 12:09 (vor 4311 Tagen) @ Don Q

Hallo allerseits,

unter coming-out wird normalerweise das entdecken der eigenen Bisexualität genannt. Das ist eine zunächst einmal höchstpersönliche Angelegenheit, die grundsätzlich nichts damit zu tun hat, sich irgendwann mal zu outen - freilich muß man das tun, den gerade Bisexualität kann man nicht allein ausleben :-P .

Wenn man seine Bisexualität ausleben will, muß man nolens-volens das gewohnte Milieu verlassen, und eines aufsuchen, wo das möglich ist. Das kann eine Selbsthilfe-Gruppe sein, ein Internet-Forum, eine Diskothek, ein Autobahnparkplatz usw. Und man kann dies im Verborgenen tun, unter Umständen sehr sehr lange, manche vielleicht sogar "lebenslänglich".

Etwas ganz anderes ist das "outen", das Bekenntnis der eigenen Bisexualität im "normalen" Umfeld der Freunde und Verwandten, der Kollegen und Kameraden - und dem Lebensgefährten.

Das ist eine ganz andere Geschichte.

Nach etwa 15 Jahren gelebter Bisexualität ist meine Haltung dazu diese:

Ich ergreife die Initiative zum outen dann, wenn der Gegenüber mir persönlich wichtig ist, oder wichtig werden könnte. So geschieht dies regelmässig im Rahmen von beginnenden Freundschaften - indessen ist an so einem outing auch noch nie eine Freundschaft gescheitert.

Ich oute mich selbstverständlich auch unter sexuell offenen Menschen - unter denen ist "bi" nur eine Variante von vielen. Entweder meine Gegenüber sind auch bi, oder bi ist aus irgendeinem Grunde ein Thema, oder es wird mit einem Achselzucken zum Nächsten TOP übergegangen.

Jederzeit outen würde ich mich in einer beginnenden Beziehung - in der Situation des sich-verliebens. Eine Beziehung, in der meine Bisexualität unterdrückt werden müsste, würde ich nicht eingehen wollen - diesbezüglich ist mein Entschluß "felsenfest".

Ansonsten richte ich mich nach der Opportunität: beileibe binde ich meine Bisexualität nicht jedwedem auf die Nase, auch dann nicht, wenn über sexuelle Themen gesprochen wird. Wird Bisexualität ein ernsthaftes Thema, dann verleugne ich meine eigene Bisexualität nicht, ohne daraus ein großes Aufhebens zu machen. Dies tue ich indessen nicht immer. Es gibt Kreise, in denen man sich der Ablehnung sicher sein kann. Diesen gegenüber oute ich mich nicht, es sei denn "der Not gehorchend und nicht der eigenen Tugend". Unsinnige Diskussionen bringen nämlich nichts.

Peter

Coming-out und outing

Avalon70, Donnerstag, 23. März 2006, 20:40 (vor 4202 Tagen) @ Peter

Salü Ihr Lieben,
wie stellt man es an, ich weiss es nicht wirklich und ich habe auch kein Padentrezept dafür, ich mach es wie Ihr schon schreibt.
Es weiss meine Schwester weil ich mal so hacke war und dabei so leichte andeutungen gemacht hatte.
Dann hatte Sie halt mal nachgefragt. Und nun seit dieser Zeit weis Sie bescheid.
Aber alle anderen geht es nichts an. Das ich Bi bin.
Ich denke die Abwehrhaltung in der Bevölkerung ist auch noch zu groß, als das man eine richtiges offens Coming Out machen kann.
Sicher belastet es sehr eine heimliche Beziehung zu führen.
Es zieht an den Nerven und man möchte gern weg rennen, die Mauern einreisen. Aber die Verantwortung für Dieses Tun kann ich noch nicht wirklich und voll zu übernehmen.

LG Avalon

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